Macron bei Beerdigung von ermordeter NS-Überlebender

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Beerdigung der ermordeten Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll besucht. Er begab sich heute ohne vorherige öffentliche Ankündigung zu der Zeremonie, wie der dpa bestätigt wurde. Das sei eine Geste an die Familie des Opfers und stehe im Zusammenhang mit Macrons Kampf gegen den Antisemitismus, hieß es weiter.

Präsident Emmanuel Macron

AP/Christophe Ena

Die 85-jährige Jüdin Knoll war am Freitag tot in ihrer ausgebrannten Wohnung in Paris aufgefunden worden. Die Ermittler gehen von einem antisemitischen Motiv aus, zwei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Der Fall hat Frankreich erschüttert und weltweit Aufsehen erregt.

„Schänden unsere heiligen Werte“

Präsident Macron hatte auch bei der nationalen Gedenkfeier für einen bei einem islamistischen Terroranschlag getöteten Gendarmen an Knolls Schicksal erinnert. „Der Terrorist von Trebes wie der Mörder von Mireille Knoll verneinen den Wert des Lebens, schänden unsere heiligen Werte und unsere Erinnerung“, teilte er anschließend auf Twitter mit.

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Den getöteten Gendarmen Arnaud Beltrame ernannte Macron postum zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion. „Die Erinnerung an ihn wird lebendig bleiben, sein Beispiel wird bleiben“, so Macron im Ehrenhof neben dem Pariser Invalidendom. Beltrames Sarg war zuvor begleitet von einer Motorradeskorte von der Ruhmeshalle Pantheon zum Ort der Zeremonie gebracht worden. Der Gendarmerieoffizier hatte sich beim Angriff eines bekennenden Islamisten in einem Supermarkt in der Nähe von Carcassonne als Austauschgeisel zur Verfügung gestellt. Der Angreifer hatte Beltrame schwer verletzt, er starb später im Krankenhaus.