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Steiler Aufstieg

Nicolas Sarkozy wurde 2012 als Frankreichs Staatschef abgewählt, zuvor legte er eine steile politische Karriere hin. Sämtliche Comebackversuche scheitern. Hier sein Werdegang im Überblick:

1955: Sarkozy kommt am 28. Jänner in Paris zur Welt.

1977: Der in der Jugendbewegung von Jacques Chiracs Partei RPR engagierte Politiker wird Stadtrat im noblen Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine. Zwei Jahre später zieht er in das Zentralkomitee der RPR ein.

1983: Mit nur 28 Jahren wird Sarkozy Bürgermeister von Neuilly-sur-Seine - und bleibt es bis 2002.

1988: Sarkozy zieht als Abgeordneter in die Nationalversammlung ein.

1993: Unter Premierminister Edouard Balladur wird Sarkozy Haushaltsminister und Regierungssprecher.

1995: Sarkozy, lange Zeit ein enger Berater von Chirac, setzt bei der Präsidentschaftswahl auf den als Favorit gehandelten Kandidaten Balladur und wird dessen Wahlkampfsprecher. Die Wahl gewinnt aber Chirac, der Sarkozy fortan mit tiefem Misstrauen begegnet.

2002: Bei der Präsidentschaftswahl steht Sarkozy dann hinter Chirac - und wird nach dessen Wiederwahl Innenminister.

2004: Sarkozy wechselt an die Spitze des Wirtschafts- und Finanzministeriums, gibt den Posten nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der RPR-Nachfolgepartei UMP aber ab. Im folgenden Jahr wird er nach einer Regierungsumbildung wieder Innenminister.

2007: Die UMP wählt Sarkozy im Jänner zu ihrem Präsidentschaftskandidaten. Bei der Stichwahl im Mai setzt er sich gegen die Sozialistin Segolene Royal durch und wird Frankreichs Staatschef.

2008: Nach der Scheidung von seiner zweiten Ehefrau Cecilia heiratet Sarkozy im Februar das ehemalige Model, die nunmehrige Sängerin Carla Bruni.

2012: Das Projekt Wiederwahl scheitert: Am 6. Mai unterliegt Sarkozy seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande. Sarkozy zieht sich aus der Politik zurück.

2013: In der Bettencourt-Affäre um den Verdacht der illegalen Wahlkampffinanzierung wird im März gegen Sarkozy ein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen werden später wegen Mangels an Beweisen eingestellt. Der Ex-Staatschef bleibt aber wegen weiterer Affären im Visier der französischen Justiz.

2014: Nach monatelangen Spekulationen verkündet Sarkozy am 19. September seine Rückkehr auf die politische Bühne. Er erklärt seine Kandidatur für den UMP-Vorsitz. Tatsächlich wird er im November auch gewählt.

2016: Im August 2016 kündigt Sarkozy seine Kandidatur für die Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2017 an und tritt gleichzeitig vom Vorsitz der Republikaner zurück, um die Neutralität der Parteiführung zu wahren. Im November folgt die Schlappe: Er scheidet bereits im ersten Wahlgang aus.

2018: Im Zuge der Ermittlungen zu vermuteten Wahlkampfzahlungen aus Libyen wird Sarkozy im März drei Tage im Polizeigewahrsam befragt. Wenige Tage später erfolgt die Anklage in einer anderen Affäre.