Baskische Terrororganisation ETA will sich bis Juni auflösen

Die baskische Terrororganisation ETA will sich zwischen Ende Mai und Anfang Juni endgültig auflösen. Wie die spanische Tageszeitung „El Pais“ (Montag-Ausgabe) berichtet, hat die ETA die internationale Vermittlerkommission im Baskenland-Konflikt (GIC) um Mithilfe gebeten, um für dieses Datum eine offizielle Erklärung mit internationaler Verifizierung vorzubereiten.

Die GIC-Vermittlergruppe, der unter anderem der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, Irlands Ex-Präsident Bertie Ahern und der ehemalige Interpol-Generalsekretär Raymond Kendall angehören, half bereits im Oktober 2011 bei der Ankündigung des „Endes der bewaffneten Aktivität“ sowie bei der späteren Kontrolle der Übergabe großer Waffenarsenale im Süden Frankreichs im April 2017.

Angeblich nur zehn Prozent gegen Auflösung

Die ETA unternimmt diesen Schritt nach einer monatelangen Befragung der rund 287 in Frankreich und Spanien inhaftierten Mitglieder. Angeblich sollen nur zehn Prozent gegen die Auflösung gestimmt haben.

„Dieses Abstimmungsergebnis war zu erwarten. Nach so vielen Jahren der Inaktivität ist die Terrorbande erstens logistisch zu geschwächt, um wieder aktiv zu werden. Zweitens würde die Rückkehr zur Gewalt selbst vom separatistischen Teil der baskischen Bevölkerung nicht mehr akzeptiert werden“, sagte der Politologe und baskische ETA-Experte Felix Arrieta im Gespräch mit der APA.

Über 40 Jahre kämpfte die ETA („Euskadi Ta Askatasuna“, „Baskenland und Freiheit“) für die politische Unabhängigkeit ihrer Region von Spanien und die Errichtung eines eigenen Staates mit allen baskischen Regionen in Spanien und Südfrankreich. 829 Menschen wurden Opfer ihres bewaffneten Unabhängigkeitskampfes. Vor allem Mitglieder spanischer Polizeieinheiten und Politiker der großen Volksparteien wurden mit Kopfschüssen oder per Autobombe ermordet.