Frankreich kommt bei Rückgabe von Raubkunst nicht voran

Frankreich kommt einem Bericht zufolge bei der Rückgabe von Raubkunst aus der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg nicht voran. Noch immer seien mehr als 2.000 Kunstwerke nicht an die früheren jüdischen Eigentümer oder deren Erben zurückgegeben worden, heißt es in dem Bericht, den das französische Kulturministerium erhalten hatte.

Noch immer befänden sich etwa 2.108 gestohlene Kunstwerke in staatlichen Sammlungen, bei 2008 seien die Eigentümer noch nicht ermittelt, hieß es. Vor 17 Jahren seien 2.143 Raubkunstobjekte in Staatshand gewesen.

Kritik an Frankreichs „Untätigkeit“

David Zivie, der Autor des Berichts, prangerte die Folgen von „40 Jahren Untätigkeit“ an. Die Anstrengungen Frankreichs für die Rückgabe reichten nicht aus. Gründe seien „fehlende Koordination, Steuerung und Sichtbarkeit“, bemängelte Zivie. Das Kulturministerium in Paris kommentierte den Bericht zunächst nicht.

Zivie forderte nun die Berufung einer Behörde, die sich ausschließlich mit der Rückgabe befassen soll. Kunstwerke, deren Eigentümer nicht mehr ermittelt werden können, sollten als „symbolische Geste“ an das Museum für jüdische Geschichte in Paris übergeben werden.

Nach dem Ende der deutschen Besatzung waren rund 60.000 mutmaßlich gestohlene Kunstwerke aus Deutschland nach Frankreich zurückgelangt. Etwa 45.000 davon wurden noch vor 1950 an die früheren Eigentümer ausgehändigt.