Rohingya getötet: Soldaten in Myanmar verurteilt

Wegen der Tötung von zehn Männern der muslimischen Rohingya-Minderheit in Myanmar sind in dem südostasiatischen Land nach Armeeangaben sieben Soldaten zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt worden.

Vier Offiziere und drei Soldaten müssten zehn Jahre ins Gefängnis und harte Arbeit verrichten, hieß es gestern Abend in einem Eintrag auf der Facebook-Seite von Armeechef Min Aung Hlaing. Das Verfahren fand hinter verschlossenen Türen statt. Internationale Forderungen nach einer unabhängigen Untersuchung wurden ignoriert.

Der blutige Vorfall ereignete sich Anfang September im Dorf Inn Din. Es ist die einzige Gräueltat, welche die Armee in Zusammenhang mit dem gewaltsamen Vorgehen gegen die Rohingya bisher eingeräumt hat.

Recherchen unterbunden, Journalisten in Haft

Im Dezember wurden zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters festgenommen, die zu dem Blutbad recherchierten. Einen Monat nach ihrer Festnahme räumte die Armee ein Fehlverhalten ein. Derartige Zugeständnisse der Streitkräfte sind in Myanmar äußerst selten. Heute lehnte ein Gericht es allerdings ab, das Strafverfahren wegen der Verletzung von Staatsgeheimnissen bei der Berichterstattung über die Rohingya-Krise gegen die zwei Journalisten einzustellen.

Myanmars Armee geht im nördlichen Bundesstaat Rakhine seit dem vergangenen August mit brutaler Gewalt gegen die muslimische Rohingya-Minderheit vor. Hunderttausende Menschen flohen ins Nachbarland Bangladesch. Die UNO stuft das Vorgehen des Militärs gegen die Rohingya als „ethnische Säuberung“ ein. Myanmars Streitkräfte weisen die Vorwürfe zurück und argumentieren, sie würden Rebellen bekämpfen.