Chinas Notenbankchef: Keine Yuan-Abwertung geplant

China will im Handelsstreit mit den USA auf eine Abwertung der Landeswährung Yuan als Druckmittel gegen Washington verzichten. Man werde den Yuan nicht abwerten, um auf die Handelsspannungen zu reagieren, sagte der chinesische Zentralbankchef Yi Gang heute auf dem asiatischen Wirtschaftsforum in Boao in Südchina. Damit reagierte er auf Medienberichte, wonach Chinas Zentralbank laut Insidern einen solchen Schritt prüfe.

Mit dem Versprechen einer weiteren Öffnung hatte Chinas Präsident Xi Jinping bereits gestern in seiner Boao-Rede die Sorgen über eine Eskalation des Handelskonflikts mit den USA dämpfen können. Ohne den Konflikt mit US-Präsident Donald Trump direkt zu erwähnen, stellte er allgemein mehr Marktzugang, geringere Zölle auf Autoimporte und bessere Investitionsbedingungen in Aussicht. Trump sagte daraufhin, er sei sehr dankbar für Xis freundliche Worte.

Inflationsdaten deuten auf Konjunkturabkühlung hin

In China signalisieren indessen neue Inflationsdaten eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Der Erzeugerpreisindex zog im März im Vorjahresvergleich um 3,1 Prozent an. Das war der niedrigste Zuwachs seit 17 Monaten, wie aus heute vorgelegten Zahlen des Statistikbüros in Peking hervorgeht.

Nach hohen Gewinnzuwächsen chinesischer Industriekonzerne im abgelaufenen Jahr könnte damit der Druck auf die Renditen größer werden. Auch der Anstieg der Verbraucherpreise schwächte sich im vergangenen Monat ab. Der entsprechende Index lag mit einem Plus von 2,1 Prozent deutlich unter der erwarteten Steigerung von 2,6 Prozent. Experten sahen die Ursache vor allem in saisonal bedingten Preissenkungen nach dem chinesischen Neujahrsfest, etwa bei Lebensmitteln und Reisen.