Madrids Regionalpräsidentin: Betrug bei Uniabschluss?

In Spanien sieht sich die konservative Präsidentin der Region Madrid mit Vorwürfen über Verstöße beim Erwerb ihres Studienabschlusses konfrontiert. Die spanische Hochschulrektoren-Konferenz vermutete nach eigenen Angaben gestern „schwerwiegende Unregelmäßigkeiten“ bei der Vergabe des Masters im Fach Jus an Cristina Cifuentes.

Unterlagen gefälscht?

Spanischen Medienberichten zufolge soll Cifuentes nicht alle für den Abschluss an der König-Juan-Carlos-Universität in Madrid nötigen Prüfungen abgelegt haben. Zudem soll sie die Vorlesungen kaum besucht haben. Außerdem wurde ihr vorgeworfen, sie habe mehrere der zum Erhalt des Diploms nötigen Unterlagen gefälscht. Die Staatsanwaltschaft geht den Vorwürfen nach. Cifuentes bestreitet die Anschuldigungen.

Dennoch wurden die Rücktrittsforderungen lauter. Der Vorsitzende der Hochschulrektoren-Konferenz, Roberto Fernandez, betonte: Wenn Spitzenpolitiker fälschlicherweise behaupten, einen Hochschulabschluss zu besitzen, sei das ein Rücktrittsgrund. Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy forderte Cifuentes auf, die Affäre so schnell wie möglich zu beenden. Die Opposition will einen Misstrauensantrag stellen.