Palästinenser planen neue Proteste an Gaza-Grenze

Die Palästinenser im Gazastreifen planen heute wieder Proteste an der Grenze zu Israel. Sie wollen an fünf Orten Palästinenserflaggen schwenken und israelische Flaggen verbrennen. Damit soll nach Angaben der Veranstalter der Zorn über Israels Politik ausgedrückt werden.

Es ist der dritte Freitag in Folge, an dem Palästinenser im Gazastreifen zu Massenprotesten aufgerufen worden sind. Seit Ende März sind 33 Palästinenser bei antiisraelischen Aktionen getötet worden. Hunderte Menschen erlitten nach palästinensischen Angaben Schussverletzungen.

Proteste im Gazastreifen an der Grenze zu Israel

Reuters/Amir Cohen

„Freitag der erhobenen Flagge“

Man habe den neuen Protesttag zum „Freitag der erhobenen Flagge“ erklärt, sagte Sallah Abdulati, einer der Veranstalter, am Donnerstag. „Ich rechne damit, dass mehr Leute an den Kundgebungen teilnehmen und Israel mehr Gewalt gegen die Teilnehmer ausüben wird“, sagte Abdulati. Er warf Israel übertriebene Gewalt im Umgang mit den Protesten vor. Israel rechtfertigt sein Vorgehen dagegen als angemessen und notwendig, um Anschläge zu verhindern.

Anlass für den „Marsch der Rückkehr“ ist der 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser sehen die Staatsgründung als Katastrophe an, weil 1948 Hunderttausende Palästinenser fliehen mussten oder vertrieben wurden. Sie pochen auf ein „Recht auf Rückkehr“. Israel lehnt dies ab.

Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Sie strebt eine Zerstörung Israels an und fordert die gewaltsame Errichtung eines islamischen Palästinas vom Mittelmeer bis zum Jordan-Fluss.