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Pentagon: „Keine weiterführenden Infos“

Die syrische Luftabwehr hat Berichten von Staatsmedien zufolge Raketen über der Stadt Homs im Westen des Landes abgeschossen. Die Raketen seien in den „Luftraum über Homs eingedrungen“, meldete die staatliche Nachrichtenagentur SANA in der Nacht auf Dienstag. Stunden später hieß es, es habe sich um einen „falschen Alarm“ gehandelt.

Zunächst berichtete SANA, dass mehrere militärische Einrichtungen mit Raketen beschossen worden seien, darunter der Flughafen Schairat südlich von Homs. Später meldete auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien heftige Explosionen in der Nähe der Luftwaffenbasis sowie in der Region Kalamun bei Damaskus. Dort gibt es zwei weitere Luftwaffenstützpunkte.

Satelittenbild zeigt die Zerstörung in Damaskus

Reuters/DigitalGlobe

Ein Angriff in der Vorwoche nördlich von Damaskus - über einen angeblichen neuen Raketenbeschuss gibt es Rätselraten

Die Beobachtungsstelle sagte, die Raketen hätten keinen der Stützpunkte getroffen. Die Angaben der Beobachtungsstelle gelten in der Regel als relativ verlässlich, weil die Organisation über ein großes Netz an Informationsgebern verfügt. Anders jedoch die Darstellung der dpa: Ein falscher Alarm habe die syrische Flugabwehr in höchste Bereitschaft versetzt und den Einsatz von zahlreichen Flugabwehrraketen und Flugabwehrgeschützen bewirkt.

„Es gab keine Attacke auf Syrien“

Später zogen auch die syrischen Staatsmedien ihre Berichte zurück: „Es gab keine Attacke von außen auf Syrien“, meldete SANA Stunden nach den ersten Meldungen. Es habe sich um einen „falschen Alarm“ gehandelt, hieß es unter Berufung auf Militärkreise. Das syrische Staatsfernsehen hatte den Vorfall als „Aggression“ gewertet. Angaben dazu, wer für die Raketenangriffe verantwortlich sein könnte, machte der Sender aber auch in den ersten Berichten nicht.

Nach offiziell unbestätigten syrischen Medienberichten sollen israelische Kampfjets die Angriffe geflogen haben. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte der Nachrichtenagentur AFP zu den Gerüchten, er habe keine Informationen „zu einem solchen Vorfall“. Eine Bestätigung seitens der israelischen Armee erfolgt auch bei tatsächlichen Angriffen in der Regel nicht.

Neue Angriffe?

Die syrische Luftabwehr hat Berichten zufolge Raketen über der Stadt Homs im Westen des Landes abgeschossen. Inzwischen gibt es allerdings Meldungen, dass es sich um falschen Alarm gehandelt habe.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte umgehend, dass die USA in der Region derzeit nicht militärisch aktiv seien. „Wir haben keine weiterführenden Infos dazu“, so der Sprecher des Pentagon, Eric Pahon.

Angriffe der Westmächte am Wochenende

Am Wochenende griffen die Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich als Reaktion auf einen neuen C-Waffen-Einsatz in der Ortschaft Duma mehrere Ziele in Syrien an. Nach Angaben aus Washington und Paris richteten sich die Angriffe gegen Einrichtungen zur C-Waffen-Produktion. Der Westen macht die syrische Staatsführung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 7. April verantwortlich. Bei der Attacke wurden nach Angaben von Helfern mehr als 40 Menschen getötet.

Der syrische Luftwaffenstützpunkt Schairat war bereits im vergangenen Jahr Ziel eines US-Raketenangriffs als Reaktion auf einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf den von Rebellen gehaltenen Ort Chan Scheichun, für den UNO-Experten ebenfalls den syrischen Machthaber Baschar al-Assad verantwortlich machten.

OPCW-Ermittler sollen am Mittwoch nach Duma

Elf Tage nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Duma sollen sich unabhängige Ermittler an Ort und Stelle ein Bild machen können. Ein ranghoher russischer Vertreter sagte am Montag in Den Haag, am Mittwoch könnten die Untersuchungen der Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) in Duma beginnen.

OPCW-Chef Ahmet Üzümcü sagte bei einer Dringlichkeitssitzung in Den Haag, Moskau und Damaskus hätten „Sicherheitsprobleme“ angeführt, die dem Besuch in Duma noch im Wege stünden. Die Experten müssten aber „so schnell wie möglich“ dorthin gelangen, da Beweise für den Einsatz chemischer Waffen extrem flüchtig seien.

Zuletzt wurde dann in der russischen Botschaft in Den Haag der Mittwoch als Zieltag genannt. Bis dahin sollten die Straßen nach Duma von Minen geräumt sein. Die am Samstag angereisten neun Experten der OPCW sollten eigentlich am Sonntag mit ihren Untersuchungen in Duma beginnen, trafen sich jedoch lediglich mit Behördenvertretern in ihrem Hotel in Damaskus. Über ihren Zeitplan wurde eine strikte Nachrichtensperre verhängt.

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