Faßmann präsentierte Pläne zu Deutschförderklassen

ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann hat heute seine Pläne zur Einrichtung von Deutschförderklassen präzisiert und sich zu den insgesamt 60 eingegangenen - meist kritischen - Stellungnahmen geäußert. „Wir werden diese Klassen einführen“, so es grünes Licht vom Parlament gebe, sagte Faßmann. Allerdings komme es zu einigen Änderungen gegenüber dem bisherigen Entwurf.

Mit den Deutschförderklassen werden die bisherigen Sprachfördermaßnahmen (maximal elf Wochenstunden) ausgeweitet: Schülerinnen und Schüler, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, um dem Unterricht folgen zu können, müssen ab kommendem Schuljahr verpflichtend 15 (Volksschule) bzw. 20 (Neue Mittelschule/AHS-Unterstufe) Wochenstunden eine Deutschförderklasse besuchen.

Diese „außerordentlichen“ Schüler werden in diesen Stunden nach eigenem Lehrplan in Deutsch unterrichtet, für Gegenstände wie Zeichnen, Musik und Turnen werden sie altersgemäß anderen Klassen zugeteilt.

Eröffnungszahl von sechs auf acht erhöht

Eingerichtet werden Deutschförderklassen nunmehr nicht mehr ab sechs außerordentlichen Schülern pro Schulstandort wie ursprünglich geplant, sondern erst ab acht - das ist die erste Änderung, die Faßmann präsentierte. Ein Wechsel in die regulären Klassen ist bei entsprechenden Sprachkenntnissen möglich.

„Mehr Gestaltungsraum“

Die zweite Änderung besagt, dass nur Neueinsteiger in eine Schule bei ungenügenden Sprachkenntnissen zwingend in eine Deutschförderklasse überstellt werden sollen. Es gebe insgesamt „mehr Gestaltungsspielraum für Schulen“, so Faßmann. Kinder, die bereits im System sind, können laut dem Bildungsminister wie bisher auch im Deutschförderkurs geschult werden.

Die meisten Länder sollten mit diesen Änderungen einen Spielraum bekommen. Als Ausnahme wird Wien genannt. Hier reichten die Ressourcen nicht aus, man müsse darüber noch gesondert verhandeln, so Martin Netzer vom Bildungsministerium bei der Pressekonferenz. Ressourcen würden jedenfalls nirgendwo abgezogen, die Änderungen seien bis auf Wien kostenneutral umsetzbar, so Netzer.