Syrische Medien: OPCW-Experten in Duma eingetroffen

Die Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sind nach Informationen der syrischen Staatsmedien in der Stadt Duma eingetroffen. Die staatliche Nachrichtenagentur SANA meldete das Eintreffen der Experten heute, nachdem der Termin eigentlich für morgen angesetzt war.

Die Experten wollen den Ort in der einstigen Rebellenbastion untersuchen, wo die syrische Führung nach Angaben des Westens am 7. April Chemiewaffen einsetzte und zahlreiche Menschen tötete.

Beweise beseitigt?

Die syrische Regierung hatte sich unter internationalem Druck bereiterklärt, dass OPCW-Experten den Ort des mutmaßlichen Giftgasangriffs untersuchen. Die USA, Frankreich und Großbritannien flogen in der Nacht auf Samstag Luftangriffe auf drei syrische Chemiewaffeneinrichtungen.

Die OPCW-Experten trafen am Samstag in Damaskus ein, warteten jedoch seitdem auf die Genehmigung zum Besuch von Duma. Die USA und Frankreich verdächtigen die syrische und russische Seite, zwischenzeitlich alle Beweise dort beseitigt zu haben.

Nach den Raketenangriffen der USA, Frankreichs und Großbritanniens auf Ziele in Syrien am Wochenende herrscht jetzt Verwirrung über Berichte über neue Angriffe. In der Nacht meldeten syrische Staatsmedien und die oppositionsnahe Beobachtungstelle für Menschenrechte erneut Raketenbeschuss auf mehrere Ziele nahe der Stadt Homs. Ein anderer Bericht, der sich ebenfalls auf syrische Angaben berief, widersprach dem. Später zogen auch syrische Staatsmedien ihre Berichte zurück.

Mehr dazu in Pentagon: „Keine weiterführenden Infos“

Saudi-Arabien bereit zu Truppenentsendung

Saudi-Arabien bekräftigte unterdessen seine Bereitschaft, Truppen zur Stabilisierung Syriens zu entsenden. Außenminister Adel al-Dschubeir sagte bei einer Pressekonferenz mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres, es liefen dazu seit Beginn des Bürgerkriegs 2011 Gespräche mit den USA. Es handle sich daher nicht um eine „neue Idee“, vielmehr gebe es seit Langem das Angebot, sich an einem Einsatz der USA zu beteiligen.

Dschubeir reagierte auf einen Bericht des „Wall Street Journal“, wonach US-Präsident Donald Trump die Aufstellung eines Kontingents aus arabischen Truppen zur Stabilisierung Syriens erwägt. Saudi-Arabien und andere sunnitische Golfstaaten unterstützen seit Beginn des Konflikts die Rebellen gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad, doch verloren sie in den vergangenen Jahren deutlich an Einfluss in Syrien.

Türkei und Iran: Politische Lösung

Unterdessen sollen der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der iranische Präsident Hassan Rouhani in einem Telefonat ihre Bereitschaft für eine politische Lösung bekräftigt haben. Erdogan habe zudem betont, dass eine Zuspitzung der Spannungen vermieden werden müsse. Trotz der gegenseitigen Positionen im Bürgerkriegsland führen Russland, die Türkei und der Iran im kasachischen Astana Gespräche zum Syrien-Konflikt.