Insider: OPCW-Untersuchung in Syrien verschoben

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Die Inspektoren der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) haben aus Sicherheitsgründen den für heute geplanten Beginn der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffs im syrischen Duma offenbar verschoben. Das in die Stadt entsandte Sicherheitsteam der Vereinten Nationen habe Schusswechsel in der ehemaligen Rebellenhochburg gemeldet, sagten mit dem Vorgang Vertraute.

Daraufhin hätten die Chemiewaffenexperten der OPCW ihren Einsatz in Duma verschoben. Der mutmaßliche Einsatz von Chemiewaffen hatte eine militärische Vergeltungsaktion der USA gemeinsam mit Frankreich und Großbritannien nach sich gezogen. Sie machen Syrien für den Angriff verantwortlich.

Die syrische Führung und ihr Verbündeter Russland bestreiten, dass C-Waffen in Duma eingesetzt wurden. Die OPCW-Inspektoren warten seit Tagen in Damaskus darauf, ihre Arbeit aufnehmen zu können. Die syrische Regierung hat erklärt, sie habe alles getan, um die Arbeit der Experten zu ermöglichen.

Syrische Armee beschießt IS-Bastion

Die syrischen Regierungstruppen nahmen unterdessen die letzte Bastion der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bei Damaskus unter Beschuss. Die Armee habe mehrere IS-Stellungen im früheren palästinensischen Jarmuk und im Viertel Hadschar al-Aswad angegriffen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mit.

Schon in der Nacht habe es dort Schusswechsel gegeben. Nach Angaben der Organisation wurden bei den Kämpfen insgesamt sechs Menschen getötet, darunter mehrere Angehörige der Regierungstruppen. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Informationen von Aktivisten und Ärzten in dem Land, für Medien sind sie meist kaum zu überprüfen.