SPÖ empört über „Fliegerspende“ von FPÖ

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Eine „Fliegerspende“ der FPÖ im Nationalrat empört die SPÖ. Der freiheitliche Abgeordnete Christian Schandor hatte heute das Dokument während der Budgetdebatte zum Bundesheer Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) geschenkt. Laut SPÖ handelt es sich dabei um ein „austrofaschistisches Relikt“, das im Parlament nichts verloren habe.

Schandor hatte in der Debatte zur Landesverteidigung die mangelhafte Ausstattung des Bundesheeres kritisiert. Die „Fliegerspende“ widmete er Löger, damit es ihm nicht so ergehe, wie zur Zeit der österreichischen Luftwaffe in den 1930ern: Bürger waren damals aufgerufen, für deren Ausstattung Geld zu spenden.

Die SPÖ kritisierte das symbolträchtige Geschenk an Löger. „Die FPÖ hat damit erneut einen unkritischen Zugang zur Geschichte bewiesen“, fand Sabine Schatz, Sprecherin für Gedenkkultur, in einer Aussendung. „Dass Abgeordneter Schandor ein Dokument aus einer Zeit verschenkt, in der das Parlament entmachtet und die Demokratie abgeschafft war, kann nicht unkommentiert bleiben“, meinte sie und forderte eine Entschuldigung.

Schandor verwundert über Empörung

Der FPÖ-Abgeordnete Schandor zeigte sich über die Empörung der SPÖ hingegen verwundert. General Wilhelm Zehner, der die Aktion in den 1930ern ins Leben gerufen hatte, werde immerhin als „Vater des österreichischen Bundesheers“ bezeichnet, sagte er in einer Reaktion. Zudem sei er Opfer der Nationalsozialisten gewesen.

Wenn ein solches Dokument im Parlament nichts zu suchen habe, müsste man auch die nach Zehner benannte Kaserne in Ried im Innkreis umbenennen, so Schandor. Auch eine Gasse sowie ein Marsch seien dem ehemaligen Staatssekretär im Verteidigungsministerium gewidmet worden. Zehner habe auch als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus gegolten.