Journalist bei Krawallen in Nicaragua erschossen

Bei den seit Tagen anhaltenden Protesten gegen die geplante Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge in Nicaragua ist ein Journalist getötet worden. Der Reporter Angel Eduardo Gahona wurde in der Stadt Bluefields erschossen, wie die Regierung des mittelamerikanischen Landes heute bestätigte. Die Behörden machten „kriminelle rechte Gruppen“ für die Tat verantwortlich.

Von Kugel in Kopf getroffen

Auf einem Video war zu sehen, wie sich der Mann mit einer Videokamera einer bei den Ausschreitungen zerstörten Bankfiliale nähert und die Szene beschreibt. Dann wird er von einer Kugel in den Kopf getroffen und bricht zusammen. Nach Angaben der Regierung war der Reporter bei einem staatlichen Fernsehsender beschäftigt. Kollegen hingegen sagten, er habe als freier Mitarbeiter für private Sender gearbeitet.

Unterschiedliche Angaben zu Anzahl der Todesopfer

Gestern hatten Menschenrechtsorganisationen von mindestens 25 Todesopfern bei den Protesten berichtet. Die Regierung hingegen geht von etwa zehn Toten aus. In der Hauptstadt Managua sowie in Leon, Masaya und Esteli gehen Polizisten und regierungsnahe Schlägertrupps seit Tagen mit Gewalt gegen die Demonstranten vor.