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SPÖ knapp vor FPÖ

Die ÖVP ist der große Gewinner der Landtagswahl in Salzburg. Die Volkspartei von Landeshauptmann Wilfried Haslauer konnte etwa neun Prozentpunkte zulegen und erhielt knapp 38 Prozent. Herbe Verluste setzte es für die Grünen und die SPÖ.

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Schon bei der ersten Trendrechnung nach dem Schließen der Wahllokale hatte sich dieses Ergebnis deutlich abgezeichnet. Die Wahlbeteiligung war mit knapp 65 Prozent extrem gering, bei der Wahl 2013 war sie noch weit höher gelegen. Die SPÖ verlor nach ihrem schon sehr niedrigen 2013er-Ergebnis weiter an Boden und kam auf 20 Prozent. Dahinter - mit einem kleinen Plus - lag die FPÖ mit 18,8 Prozent.

Ergebnis LTW Salzburg 2018

SORA/ORF

Riesige Verluste bei Grünen

Große Verlierer der Wahl waren die Grünen, die deutlich unter die Zehnprozentmarke fielen und sich damit mehr als halbierten. NEOS kam auf 7,3 Prozent und schaffte damit den Einzug in den Landtag. Die FPÖ-Abspaltung FPS von Karl Schnell scheiterte mit 4,6 Prozent. Bei den Mandaten gewann die ÖVP vier Sitze hinzu und kann mit 15 Mandaten aus zwei Optionen - SPÖ und FPÖ - einen Regierungspartner suchen. Die SPÖ verlor ein Mandat und kam auf acht, die Grünen auf drei Mandaten, ein Minus von vier Sitzen. Die FPÖ gewann ein Mandat und kam auf sieben Sitze, NEOS zog mit drei Mandaten in den Landtag ein.

Haslauer legt sich noch nicht fest

Haslauer kündigte an, mit allen Landtagsparteien zu sprechen. Binnen acht, neun Tagen wolle er dann entscheiden, mit wem er Regierungsverhandlungen führen werde. Ob angesichts der schweren Verluste seines bisherigen grünen Koalitionspartners Schwarz-Grün überhaupt noch möglich sei, beantwortete Haslauer nicht. „Ich kommentiere keine Wahlergebnisse von anderen Mitbewerbern.“

Wilfried Haslauer

APA/Neumayr/leo

Wahlgewinner Haslauer hat gut lachen

Auf mögliche Koalitionspartner wollte sich Haslauer nicht festlegen: „Im Lichte des Wahlergebnisses zerbreche ich mir heute nicht den Kopf.“ Die ÖVP habe angesichts ihres starken Vorsprungs jedenfalls die „eindeutige Führungsposition“. Eine mögliche neuerliche Dreierkoalition sieht Haslauer eher skeptisch: „Auch das ist eine Möglichkeit, aber nicht sehr wahrscheinlich.“

Der Wahltag in Salzburg

Bei der ÖVP Salzburg war die Stimmung am Wahlabend gut, denn Spitzenkandidat Wilfried Haslauer war mit einem deutlichen Zugewinn und rund 38 Prozent der Stimmen der Sieger des Tages.

SPÖ: „Schmerzlicher Wahlabend“

Nach dem historisch schlechtesten Ergebnis für die Salzburger SPÖ zeigte sich Landesparteichef Walter Steidl in einer ersten Reaktion ernüchtert und sprach von einem „schmerzlichen Wahlabend“: „Wir müssen das zur Kenntnis nehmen. Wenn die Erwartungshaltung mit dem Ergebnis nicht im Einklang steht, schwingt Enttäuschung mit“, sagte er.

Walter Steidl (SPÖ), Karl Schnell (FPS), Astrid Rössler (Grüne), Wilfried Haslauer (ÖVP), Marlene Svazek (FPÖ), Sepp Schellhorn (NEOS) und Hans Mayr (SBG)

APA/Franz Neumayr

Die Spitzenkandidaten nach geschlagener Wahl

Steidl sprach von einer schwierigen Ausgangslage nach dem Finanzskandal. Vor einem Jahr sei die SPÖ in Umfragewerten bei zwölf Prozent gelegen, seitdem sei es bergauf gegangen. Zumindest das Wahlziel, Platz zwei zu erreichen, habe man erreicht. Die SPÖ stehe auf jeden Fall für eine Regierungsfunktion zur Verfügung.

Diskussion der Spitzenkandidaten

Zu Koalitionsvarianten wollte sich Wilfried Haslauer (ÖVP) noch nicht äußern. Mit ihm diskutierten Walter Steidl (SPÖ), Astrid Rössler (Grüne), Marlene Svazek (FPÖ), Karl Schnell (FPS), Sepp Schellhorn (NEOS) und Hans Mayr.

Rössler bietet Rücktritt an

Die grüne Spitzenkandidaten Astrid Rössler sagte, ihre persönliche Enttäuschung sei „riesengroß“. Sie werde nach dem Ergebnis den Gremien ihren Rücktritt anbieten. Rössler gab aber auch zu bedenken, dass man trotz der herben Verluste das zweitbeste Ergebnis der Grünen in Salzburg erreicht habe.

Astrid Rössler beantwortet Fragen der Journalisten

APA/EXPA/Jfk

Die Tage der Grünen-Chefin könnten gezählt sein

Die Salzburger FPÖ-Chefin Marlene Svazek sagte, ihre Partei sei bereit Regierungsverantwortung zu nehmen. Sollte sich Schwarz-Grün nicht ausgehen, werde es für die FPÖ spannend, sagte Svazek im APA-Gespräch. Mit dem Ergebnis zeigte sie sich zufrieden, trotz des wohl verfehlten Wahlziels von 20 Prozent. Sie führt das leichte Plus der FPÖ auch auf bundespolitischen Rückenwind zurück: „Die Bundesregierung hat Rückenwind gebracht und hat uns nicht gebremst.“

Bestes Ergebnis für NEOS

NEOS-Chef Sepp Schellhorn freute sich über das beste Landtagsergebnis der liberalen Partei bisher. In den Salzburger Landtag möchte er nicht einziehen. Schellhorn hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, im Fall einer Regierungsbeteiligung Landesrat werden zu wollen und andernfalls im Nationalrat zu bleiben.

FPS-Spitzenkandidat Karl Schnell hoffte in einer ersten Stellungnahme zwar noch auf den Einzug in den Landtag, eine Enttäuschung war aber bereits zu erkennen. Alle Umfrageergebnisse hätten der FPS prognostiziert, nicht in den Landtag zu kommen, NEOS sei aber ein Einzug vorhergesagt worden. „Dass eine gewisse Manipulation stattgefunden hat, war für uns nicht förderlich.“

Umbruch 2013

Die Wahl 2013 hatte einen Umbruch in der Salzburger Landespolitik gebracht: ÖVP und SPÖ fuhren wegen des Finanzskandals vor fünf Jahren das jeweils schlechteste Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte ein: Die ÖVP kam auf 29,0 Prozent (minus 7,5 Prozentpunkte), die SPÖ auf 23,8 Prozent (minus 15,6 Prozentpunkte). Die ÖVP eroberte nach neun Jahren den Landeshauptmannsessel von Gabi Burgstaller (SPÖ) zurück.

Stimmenanteile der Landtagswahl in Salzburg 2013 nach Gemeinden

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Die Grünen räumten 2013 mit 20,2 Prozent (plus 12,8 Prozentpunkte) groß ab. Die FPÖ legte damals um vier Prozentpunkte auf 17,0 Prozent zu. Auch das Team Stronach kam 2013 mit 8,3 Prozent der Stimmen in die Landesregierung – löste sich inzwischen aber auf. Übrig geblieben ist Landesrat Hans Mayr, der seine Salzburger Bürgergemeinschaft (SBG) gründete.

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