Anzeigepflicht bei Schulschwänzen nach drei Fehltagen

Die von ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann geplanten neuen Regeln gegen das Schulschwänzen werden in einem Bereich streng ausgelegt: Künftig müssen Schulpflichtverletzungen verpflichtend angezeigt werden, wenn Schüler dem Unterricht mehr als drei (volle) Tage im Laufe der neunjährigen Schulpflicht ungerechtfertigt fernbleiben, heißt es in den Erläuterungen zur Regierungsvorlage.

Derzeit beginnt ein Verfahren wegen Schulschwänzens erst „im Fall des unentschuldigten Fernbleibens im Ausmaß von fünf Tagen, 30 Unterrichtsstunden in einem Semester oder drei aufeinanderfolgenden Tagen“.

Es umfasst einen aufwendigen fünfteiligen Stufenplan mit verpflichtenden Gesprächen mit Eltern und Schülern sowie der Einschaltung von Direktion, Schulpsychologen, Schulaufsicht und eventuell Jugendwohlfahrt. Hilft das alles nicht, können Verwaltungsstrafen bis 440 Euro verhängt werden.

„Sofortmaßnahmen“ der Schulleitung

Mit kommendem Schuljahr soll sich das ändern: Künftig sollen Schulleitung und Lehrer „Sofortmaßnahmen“ - vor allem das Aussprechen von Verwarnungen - ergreifen können. Das gilt allerdings nur bei Schulpflichtverletzungen von bis zu drei Tagen.

Fehlt der Schüler länger als drei Tage ungerechtfertigt, gilt das jedenfalls als Verwaltungsübertretung, die zu einem Verfahren bei der Bezirksverwaltungsbehörde führt. Diese muss dann künftig eine Mindeststrafe von 110 Euro verhängen - bisher war dafür keine Untergrenze vorgesehen. Die Höchststrafe von 440 Euro bleibt unberührt.