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Österreich bleibt auf elftem Platz

In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Die Medien seien in Ländern wie Polen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien zunehmend „medienfeindlicher Hetze durch Regierungen oder führende Politiker“ ausgesetzt, sagte die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) am Mittwoch.

Hass und Verachtung gegen Journalisten zu schüren sei „in Zeiten des Vormarschs populistischer Kräfte ein Spiel mit dem Feuer“, so ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger anlässlich der Vorstellung der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit. „Leider erleben wir das zunehmend auch in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.“ Vier der fünf Länder, deren Platzierung sich in der neuen Rangliste am stärksten verschlechtert haben, liegen in Europa: Malta, Tschechien, die Slowakei und Serbien.

Stärkster Absteiger ist Malta, das um 18 Plätze auf Rang 65 zurückfiel. Der Mord an der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia habe deutlich gemacht, wie eng in dem EU-Land das Geflecht von Politik, Justiz und Wirtschaft sei, teilte ROG mit.

Grafik zur Medienfreiheit

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Reporter ohne Grenzen

Österreich noch im grünen Bereich

Österreich lag 2018 wie im Vorjahr stabil auf Platz elf und damit im grünen Bereich, der bis Rang 15 gilt. Diesen Platz habe es aber auch aufgrund von Verschiebungen innerhalb der restlichen Länder, sagte Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Diese Verschlechterung erkläre sich durch direkte Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten vor allem durch Politikerinnen und Politiker der FPÖ.

Rangliste zur Pressefreiheit

Die Rangliste der Pressefreiheit wird seit 2002 jährlich erstellt und misst durch 87 Fragen die Situation von Journalistinnen und Journalisten, Medienhäusern und zivilen Bürgerreportern in 180 Ländern.

„Attacken nicht nur gegen Medien an sich, sondern gegen einzelne Journalistinnen und Journalisten persönlich haben zugenommen. Eine sorgenvolle Entwicklung, gerade in Zusammenhang mit dem Vormarsch autoritärer Personen in Österreich und seinen Nachbarländern“, bilanzierte Möhring. „Dieses Vorgehen dient, genauso wie wiederholte Drohungen von Einsparungen und Entlassungen im öffentlichen Rundfunk, der Einschüchterung von Journalisten. Ein Vorgehen, das einer Demokratie nicht angemessen ist.“

Der zunehmende Druck auf Journalistinnen und Journalisten, etwa durch finanzielle Unsicherheit und damit Unabhängigkeit des ORF, werde sich vermutlich noch stark auf die Pressefreiheit und damit auf die Rangliste im Jahr 2019 auswirken, befürchtet die ROG-Präsidentin.

USA um zwei Ränge zurückgefallen

Im ersten Amtsjahr von US-Präsident Donald Trump haben sich die USA erneut um zwei Plätze auf Rang 45 verschlechtert. Trump werde nicht müde, unliebsame Medien als „lügnerisch“ zu diffamieren, und habe Journalisten als „Volksfeinde“ bezeichnet, heißt es in dem Bericht. In der Türkei, die um zwei Plätze auf Rang 157 zurückgefallen ist, sitzen laut ROG mehr professionelle Journalisten im Gefängnis als in jedem anderen Land der Welt.

Gambia größter Aufsteiger

Der größte Aufsteiger im diesjährigen Ranking ist das westafrikanische Land Gambia, das von Platz 143 auf Platz 122 vorrückte. Seit der Abdankung des langjährigen Machthabers Yahya Jammeh im Jahr 2016 würden die Medien dort einen rasanten Aufschwung erleben, erklärte ROG. Die 180 Staaten umfassende Rangliste wird von Norwegen, Schweden und den Niederlanden angeführt. Die letzten drei Länder sind wie schon im Vorjahr Turkmenistan, Eritrea und Nordkorea.

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