Traditionelles Korrespondentendinner erneut ohne Trump

US-Präsident Donald Trump ist erneut demonstrativ dem Jahresdinner der im Weißen Haus akkreditierten Journalisten ferngeblieben - und hat vor Anhängern über die Galaveranstaltung gelästert. „Ist das hier besser als das falsche Korrespondentendinner im Weißen Haus in Washington?“, fragte Trump am Samstag auf einer wahlkampfartigen Kundgebung nahe der Autostadt Detroit.

Kein passendes Verhalten

„Ich könnte heute Abend dort sein und lächeln, als ob ich es liebe, während sie einen Schuss nach dem anderen auf mich abgeben“, sagte Trump vor seinen jubelnden Anhängern. „Wenn man nicht lächelt, sagen sie: ‚Er war furchtbar. Er kann nicht einstecken.‘ Wenn man lächelt, fragen sie: ‚Worüber hat er gelächelt?‘“

US-Präsident Donald Trump

Reuters/Joshua Roberts

Als Ort der Kundgebung hatte Trump sich auch für ein Washington entschieden - aber nicht für die US-Hauptstadt. Washington Township liegt nördlich von Detroit im Bundesstaat Michigan. Die Region ist ein Sinnbild für wirtschaftlichen Niedergang und hohe Arbeitslosigkeit.

Die Arbeiter von Michigan seien „verraten“ worden, sagte Trump in seiner Rede. Seine Wirtschaftspolitik trage aber bereits Früchte: „Die Autos kommen zurück nach Michigan. Die Fabriken kommen zurück.“

„Fake-News-Liberale, die mich hassen“

Trumps Fernbleiben beim Korrespondentendinner im Weißen Haus illustriert abermals sein schwieriges Verhältnis zu Journalisten. Der US-Präsident betrachtet einen Großteil der US-Medien als Feinde. In einer E-Mail an potenzielle Spender schrieb er kürzlich: „Warum sollte ich mit einem Haufen von Fake-News-Liberalen, die mich hassen, in einem Raum eingesperrt sein?“