Experten: „Meisterstück“ des Kanzlers steht erst bevor

Sebastian Kurz hat als neuer ÖVP-Obmann die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllt, die wahre Herausforderung wartet aber erst. Diesen Schluss ziehen die Experten nach seinem ersten Jahr Obmannschaft.

Jetzt gelte es, den Anfangshype auf längere Sicht zu erhalten, sagte Meinungsforscher Peter Hajek gegenüber der APA. Hajek meint, die Nationalratswahl 2017 war lediglich das Gesellenstück: „Diesen Wahlerfolg zu wiederholen wird sein Meisterstück.“

Politikberater Thomas Hofer verwies auf die gestärkten Landesparteichefs. Kurz sei „aus Sicht der ÖVP ein Jackpot“. Dennoch sei die Partei - und das sei für den Kanzler nicht ganz erfreulich - „in weiten Teilen noch immer die Partei, die sie war, als er sie übernommen hat“.

Schwarz, nicht türkis

Das habe sich nicht zuletzt erst bei den jüngsten Landtagswahlen oder bei Reformankündigungen gezeigt. Die Landeshauptleute etwa sagten mit Überzeugung, man sei schwarz und nicht türkis.

Die Ummodellierung war symbolisch, und teilweise blieb sie in der Symbolik auch stecken, so Hofer: „Die Landeshauptleute sind gestärkt und machen nicht alles mit. Sie lassen sich nicht so leicht entmachten.“