Chinesische Plattform zensiert Kinderserie mit Schwein

Eine chinesische Videoplattform hat rund 30.000 Ausschnitte aus der beliebten britischen Zeichentrickkinderserie „Peppa Wutz“ (engl. „Peppa Pig“) gelöscht. Die Plattform Douyin habe die BBC-Serie mit einem Schwein in der Hauptrolle zensiert, weil sie der Jugend schade, berichtete die staatliche Zeitung „Global Times“ am Sonntag.

Auf der Zensurliste stehen demnach außerdem Sex- und Nacktvideos sowie Aufnahmen, auf denen als Frauen verkleidete Männer zu sehen sind. Das Schwein der Kinderserie habe sich zur „Ikone“ für die „Subkultur“ einer trägen Jugend entwickelt, schrieb das Blatt. „Peppa Wutz“ sei bei Menschen „ohne dauerhafte Arbeit“ und bei „aufrührerischen Faulenzern“ zum Teil des Mainstreams geworden.

Angst vor Schwein als Vorbild

Eltern hätten sich dem Blatt zufolge beschwert, dass ihre Kinder unter dem Einfluss des Schweins „grunzen und in Pfützen springen“. Bereits im Jänner hatte die „Global Times“ berichtet, dass in den Sozialen Netzwerken im Internet Nachahmungen der Serie mit Bezug zu Pädophilen und Geschlechtsorganen zirkulierten.

„Peppa Wutz“ repräsentiere das Gegenteil dessen, was die Kommunistische Partei von der Jugend erwarte, schrieb die „Global Times“ weiter. Das Parteiorgan „People’s Daily“ hatte bereits vergangene Woche beklagt, das Schwein sei zu einem Konsumobjekt geworden: Schüler und Schülerinnen wollten sich mit Uhren und anderen Accessoires mit Figuren des Cartoons voneinander abheben.

Popularität der Serie stieg stark an

Die Zeichentrickserie startete in China vor gut zehn Jahren und erlangte rasch große Popularität, die vor allem seit Ende vergangenen Jahres bei einem jugendlichen Publikum nochmals stark anstieg. Chinesische Internetstars zeigten sich in Verbindung mit „Peppa Wutz“. Zugleich ging die chinesische Führung schärfer gegen Inhalte vor, die angeblich die Moral der Bevölkerung verderben und der Staatsdoktrin widersprechen.