Rohingya: UNO fordert von Myanmar genaue Untersuchung

Eine Delegation des UNO-Sicherheitsrates hat die Regierung von Myanmar aufgefordert, die Gräueltaten gegen Rohingya gründlich zu untersuchen. Um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, müsse es „eine wirkliche Untersuchung geben“, sagte die britische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Karen Pierce, gestern bei einem Besuch in Myanmar.

Pierce sah dafür zwei Möglichkeiten: Entweder werde die Angelegenheit dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) übertragen, oder die myanmarische Regierung starte ihre eigene umfassende Untersuchung. Myanmar ist keine Vertragspartei des IStGH.

Untersuchung soll glaubwürdig sein

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, die De-facto-Regierungschefin Myanmars, habe eine richtige Untersuchung versprochen, sagte Pierce. „Es ist nicht wichtig, ob die Untersuchung im Inland ausgeführt wird oder international ist, solange sie glaubwürdig ist“, fügte die britische Diplomatin hinzu.

Flüchtlinge und Menschenrechtsgruppen werfen der Armee von Myanmar vor, bei der Vertreibung von Rohingya aus dem Bundesstaat Rakhine systematisch Zivilisten vergewaltigt und ermordet und Dörfer angezündet zu haben. 700.000 Rohingya flohen seit August vergangenen Jahres ins benachbarte Bangladesch.