Frankreich warnt vor Ende des Iran-Atomabkommens

Die französische Verteidigungsministerin Florence Parly hat vor den Folgen einer Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran gewarnt. Der im Juli 2015 in Wien geschlossene Deal sei zwar nicht perfekt, es habe aber zur Aussetzung des militärischen Atomprogramms des Iran geführt, und die Iraner hielten sich an die Abmachung, sagte Parly dem Radiosender RTL heute.

Das von den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland mit der Islamischen Republik ausgehandelte Abkommen sei ein Faktor des Friedens und der Stabilisierung in einer sehr explosiven Region, betonte die Ministerin. Auch Jordanien warnte vor einem Rüstungswettlauf in der Region.

Trump gibt heute Entscheidung bekannt

US-Präsident Donald Trump will heute Abend (Ortszeit) seine mit Spannung erwartete Entscheidung zum Atomabkommen bekanntgeben. Sollte er im Rahmen des Abkommens ausgesetzte Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft setzen, würde das eine faktische Aufkündigung des 2015 geschlossenen Vertrags bedeuten.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani pochte indes auf die Unabhängigkeit seines Landes auch bei möglichen Handelsbeschränkungen und anderen Strafmaßnahmen. „Ob wir nun mit Sanktionen belegt werden oder nicht, wir sollten auf eigenen Füßen stehen“, sagte er in Teheran. „Das ist sehr wichtig für die Entwicklung unseres Landes.“