Fahrdienstleiter nach Zugsunglück in Bayern festgenommen

Nach einem Frontalzusammenstoß zweier Züge in Aichach im deutschen Bundesland Bayern mit zwei Toten ist der für die Strecke zuständige Fahrdienstleiter vorläufig festgenommen worden. Gegen den Mann bestehe der dringende Verdacht der fahrlässigen Tötung, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Nord heute in Augsburg mit.

Wahrscheinlich menschliches Versagen

Der Unfall sei wohl auf menschliches Versagen des 24-Jährigen zurückzuführen. Die Staatsanwaltschaft Augsburg prüfe derzeit, ob ein Haftbefehl gegen den Fahrdienstleiter beantragt werde. Der zuständige Abteilungsleiter der Staatsanwaltschaft sei deshalb an den Unfallort gekommen, um sich einen persönlichen Eindruck zu machen.

Bei den Toten handelt es sich nach Angaben eines Polizeisprechers um den Lokführer des Personenzugs und eine Passagierin. Die beiden Züge seien nicht entgleist.

Feuerwehrmänner neben beschädigten Zügen

APA/AFP/Matthias Balk

Unter den Verletzten seien eine schwer und zwei mittelschwer verletzte Personen, hieß es. Die anderen elf Opfer hätten nur leichte Verletzungen davongetragen.

Frontal auf Güterzug zugefahren

Den Polizeiangaben zufolge war der Personenzug der Bayerischen Regiobahn mit knapp 20 Menschen an Bord auf dem Weg von Augsburg wenige hundert Meter vom Bahnhof in Aichach entfernt frontal auf den stehenden Güterzug zugefahren.

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Die Deutsche Bahn teilte mit, dass sich der Unfall gegen 21.20 Uhr ereignet habe. Die Strecke Ingolstadt - Augsburg sei gesperrt worden. Den Angaben nach fahren dort nur Regional- und Güterzüge, aber keine Züge des Fernverkehrs.

Zweiter Unfall gestern

Gegebenenfalls könne die Strecke über andere Gleise umfahren werden, sagte der Sprecher. Das müsse aber erst geprüft werden. Die Bayerische Regiobahn teilte mit, die Strecke zwischen Friedberg und Radersdorf sei bis auf Weiteres gesperrt. „Es ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet worden.“

Es ist der zweite Unfall mit einer Bahn in Bayern. Nachdem ein Regionalzug an einem unbeschrankten Bahnübergang im oberbayrischen Seeshaupt am Starnberger See ein Auto erfasst hatte, starben ebenfalls zwei Menschen. Der Fahrer und der Beifahrer des Wagens kamen ums Leben. Das Auto war nach der Kollision mehrere hundert Meter vom Zug mitgeschleift worden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Einer der etwa 60 Fahrgäste der Regionalbahn wurde verletzt. Der Lokführer wurde äußerlich nicht verletzt.