Bundesheer bekommt einmal mehr neue Struktur

Das Bundesheer wird wieder einmal reformiert. Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) hat heute den Generalstab damit beauftragt, die Struktur des Bundesheeres neu zu planen. Damit nimmt er große Teile der von seinem Vorgänger Hans Peter Doskozil (SPÖ) initiierten Umstrukturierung zurück. So werden aus vier Kommanden wieder zwei.

Ambitionierte Pläne

Die vier Land- und zwei Luftbrigaden werden künftig von einem dieser Kommanden geführt. Der Plan, dass jedes Militärkommando ein Jägerbataillon hat, wird ebenfalls zurückgenommen. Die Jägerbataillone gehen zu den Brigaden zurück. Dafür soll jedes Militärkommando eine Pionierkompanie für den Katastropheneinsatz bekommen.

Das Vorhaben scheint sehr ambitioniert, denn das würde bedeuten, dass rund 1.500 Spezialisten inklusive Geräts bereitgestellt werden müssten. Das würde Millionen kosten, es ist daher fraglich, ob es zustande kommen wird.

„Sicherheit in Bundesländern gestärkt“

Die Milizverbände werden weiterhin an präsente Verbände als „militärische Heimat“ angegliedert bleiben. „Es ist mir wichtig, dass sich die Bevölkerung in Katastrophenfällen voll auf unser Bundesheer verlassen kann. Mit dieser Reform können Entscheidungen schneller umgesetzt werden, und es wird die Sicherheit in den Bundesländern gestärkt“, so Kunasek in einer Aussendung.

Die Planung ist durch den Generalstab noch im Mai 2018 zu finalisieren. In weiterer Folge soll auch die Zentralstelle, also das Ministerium, reformiert werden, so Kunasek. Durch diese Maßnahmen werde für die Bediensteten eine monatelange Unsicherheit beendet. Die Vorgängerregierung hatte Anfang 2017 die Strukturreform angestoßen, formell aber nie umgesetzt. Dabei kam es zu langen Dienstzuteilungen auf provisorischen Arbeitsplätzen.

NEOS für „langlebige“ Reform

Als „grundsätzlich eh begrüßenswert“ bezeichnet NEOS-Verteidigungssprecher Douglas Hoyos die angekündigte Reform. „Es wäre allerdings schön, wenn die Reform diesmal eine langlebige ist, die die Stärken des Bundesheeres unterstützt, nicht nur die individuellen Ansichten des Ministers – und vor allem nicht die nächste Reform in zwei Jahren nach sich zieht. Das Bundesheer braucht Planungssicherheit“, so Hoyos.