Britische Banken wollen auch nach „Brexit“ Visaausnahmen

London will seine Stellung als eines der weltweit führenden Finanzzentren durch Sonderregeln für ausländische Mitarbeiter auch in der Zeit nach dem „Brexit“ absichern. Die großen Banken des Landes fordern dabei Bedingungen für ihre Beschäftigten, die noch großzügiger sind als die derzeitigen Regelungen, berichtete gestern die Nachrichtenagentur Reuters.

So sollten alle Ausländer, die weniger als sechs Monate in Großbritannien für ein Finanzhaus oder etwa als Finanzanwalt oder Berater arbeiten, von der Visapflicht befreit werden - und nicht nur EU-Bürger. Ein entsprechender Bericht der Lobbyvereinigung TheCityUK und des Beratungshauses EY sei an das Innen- und Finanzministerium gegangen und solle in zehn Tagen vorgelegt werden.

Skepsis in Bevölkerung

Mit den Forderungen dürften die Banken in der Bevölkerung auf Widerstand stoßen - zumal die Geldhäuser ohnehin seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt skeptisch gesehen werden. Viele Briten stimmten für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union, weil sie die Zuwanderung - vor allem aus Osteuropa - begrenzen wollten.

Allerdings ist die City of London neben New York das weltweit wichtigste Finanzzentrum und steuert allein 14 Prozent zu den gesamten Gewerbesteuereinnahmen Großbritanniens bei. Die britische Regierung dürfte ihre Vorschläge zur Zuwanderung im Laufe des Jahres veröffentlichen.