Für Iran zuständiger IAEA-Vizechef zurückgetreten

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Wenige Tage nach dem US-Ausstieg aus dem Iran-Atomdeal hat der für das iranische Atomprogramm zuständige UNO-Chefinspektor überraschend das Handtuch geworfen. Der Finne Tero Varjoranta sei gestern als Vizechef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zurückgetreten, sagte ein IAEA-Sprecher in Wien. Die Kontrollen würden „höchst professionell“ fortgesetzt, fügte er hinzu.

Tero Varjoranta

APA/AFP/Dieter Nagel

Varjoranta hatte seit Oktober 2013 die für Kontrollen zuständige IAEA-Abteilung geleitet. Als Chefinspektor hatte er schon vor dem im Juli 2015 geschlossenen Atomdeal mehrmals iranische Atomanlagen besucht.

IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano betraute Varjorantas bisherigen Mitarbeiter Massimo Aparo damit, interimistisch die Funktion des Chefinspektors zu übernehmen. Keine Angaben wurden zum Grund für Varjorantas Rücktritt gemacht. Amano werde so schnell wie möglich einen Nachfolger ernennen.

Europa vor Kraftprobe mit USA

Der Ausstieg von US-Präsident Donald Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran könnte nun zu einer offenen Konfrontation mit Europa führen. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian betonte gestern, es sei „inakzeptabel“, dass europäische Firmen, die Geschäfte mit dem Iran machen, von den USA dafür bestraft werden. Europa werde die nötigen Maßnahmen ergreifen, das zu verhindern.

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