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Türkei rüstet auf

Einige Länder fahren ihre Militärbudgets aus Spargründen zurück, andere investieren so viel wie noch nie in ihre Armeen - darunter etwa die Türkei. Moskau ist derzeit eher auf der sparsamen Seite.

Die russischen Militärausgaben sanken einer Studie zufolge im vergangenen Jahr erstmals seit 1998. Preisbereinigt seien sie um 20 Prozent auf 66,3 Mrd. Dollar (rund 55,1 Mrd. Euro) zurückgegangen, teilte das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstituts (SIPRI) kürzlich mit.

In der Liste der Länder mit den höchsten Militärausgaben wurde Russland von Saudi-Arabien überholt und liegt nunmehr auf dem vierten Platz. Deutschland kommt mit einem Plus von 3,5 Prozent gegenüber 2016 auf Platz neun. Der Anteil der Militärausgaben dort betrug 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Weltweite Militärausgaben gestiegen

Die USA drängen gegenüber den NATO-Partnern auf ein Niveau von zwei Prozent des BIP. Die USA geben mit 3,1 Prozent des BIP nach wie vor auch absolut am meisten Geld für ihre Armee aus. Insgesamt stiegen SIPRI zufolge die weltweiten Ausgaben um ein Prozent auf 1,74 Bio. Dollar.

Russland hat bei der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 und im Syrien-Krieg seine militärische Macht gezeigt. SIPRI-Forscher Siemon Wezeman sagte dazu, die Kürzung der Militärausgaben wirke sich direkt auf die Beschaffung von Rüstungsgütern und Militäreinsätze aus. So erwartet er nach eigenen Worten, dass die Regierung in Moskau ihr Engagement in Syrien und die Marinepräsenz im Atlantik zurückfährt.

Große Investitionen in Osteuropa

Die russische Wirtschaft wuchs 2017 nach einer Rezession wieder um 1,5 Prozent. Im laufenden Jahr soll es nur noch ein kleines Staatsdefizit oder einen Überschuss geben. Einige Regierungsvertreter haben sich dafür ausgesprochen, weniger Geld in die Armee zu stecken und stattdessen die Sozialausgaben zu erhöhen.

Besonders in Europa war Russland in den vergangenen Jahren zunehmend wieder als Bedrohung wahrgenommen worden. Die westeuropäischen Staaten wie Frankreich und Deutschland steigerten so im Schnitt ihre Ausgaben. In den osteuropäischen Staaten spiegelte sich das in einem Anstieg von zwölf Prozent wider.

Türkei: Plus 50 Prozent in zehn Jahren

Die Staaten im Nahen Osten, allen voran Saudi-Arabien, steigerten ihre Militärausgaben zwischen 2009 und 2015 um über 40 Prozent. 2016 sanken die Militäraufwendungen wegen der sinkenden Rohölpreise und niedrigeren Einnahmen zwar, 2017 stiegen sie aber wieder. Die Türkei ist inzwischen auf Platz 15 der Staaten mit den höchsten Rüstungsausgaben vorgerückt. Zwischen 2008 und 2017 steigerte das Land seinen Militäretat fast um die Hälfte.

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