Erdogan wird von Queen empfangen: Proteste

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine sind heute im Buckingham-Palast in London von Queen Elizabeth II. empfangen worden. Am Nachmittag wurde das türkische Staatsoberhaupt zu einem Gespräch mit Premierministerin Theresa May im Regierungssitz Downing Street erwartet. Dutzende Menschen hatten sich im Regierungsviertel versammelt, um unter anderem gegen die Inhaftierung von Journalisten in der Türkei und britische Waffenverkäufe an Ankara zu protestieren. Auch einige Erdogan-Unterstützer zeigten Flagge.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Queen Elizabeth II.

AP/John Stillwell

Der türkische Präsident war bereits am Sonntagabend zu dem dreitägigen Besuch in Großbritannien eingetroffen. Für Furore in Deutschland hatte vor allem ein Treffen mit den deutschen Fußballnationalspielern Ilkay Gündogan und Mesut Özil in London gesorgt.

Fotos zeigten die beiden, wie sie Erdogan signierte Trikots ihrer englischen Teams überreichten. Der Chef des Deutschen Fußballbundes, Reinhard Grindel, und Teammanager Oliver Bierhoff reagierten mit Unverständnis. Auch deutsche Politiker und die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierten die Fußballer für die Aktion. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich über ihren Sprecher kritisch zu dem Treffen. Es sei eine Situation gewesen, „die Fragen aufwarf und zu Missverständnissen einlud“, sagt Steffen Seibert.