Auch Guatemala eröffnete Botschaft in Jerusalem

Nach den Vereinigten Staaten hat auch Guatemala heute seine Botschaft in Jerusalem eröffnet. Präsident Jimmy Morales sprach von einer „mutigen Entscheidung“ seines Landes und einem „wichtigen Schritt für die Zukunft beider Völker“. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dankte Morales und sagte, Guatemala sei „immer unter den Ersten“ gewesen.

Botschaft von Guatemala in Jerusalem

Reuters/Ronen Zvulun

Das lateinamerikanische Land folgte damit dem umstrittenen Schritt des US-Präsidenten Donald Trump. Kommende Woche folgt Paraguay. Nach der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem war es am Montag an der Gaza-Grenze zu schweren Konfrontationen gekommen, bei denen israelische Soldaten bis zu 60 Palästinenser töteten. Mehr als 2.400 Menschen wurden verletzt. Das löste international scharfe Kritik aus.

Palästinenser ziehen Botschafter aus Wien ab

Die palästinensische Führung zog unterdessen ihre Botschafter aus vier EU-Staaten ab, die Repräsentanten zu einer Feier anlässlich des Umzugs der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem entsandt hatten. Betroffen sind Österreich, Tschechien, Ungarn und Rumänien, wie die Palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah mitteilte.

In einer Aussendung wies die Vertretung Palästinas in Wien darauf hin, dass sich Österreich mit der Teilnahme von Botschafter Martin Weiss an der Veranstaltung nicht nur den Vorgaben der Europäischen Union widersetzt habe, sondern „damit auch einen klaren Verstoß gegen Völkerrecht und UNO-Resolutionen“ setze. Daher werde Botschafter Salah Abdel Schafi am Freitag Wien für unbestimmte Zeit verlassen.

UNO-Menschenrechtsrat hält Sondersitzung ab

Der UNO-Menschenrechtsrat beraumte für Freitag eine Sondersitzung an. Dabei soll es um die „sich verschlimmernde humanitäre Lage in den besetzten Palästinensergebieten, darunter Ostjerusalem“, gehen, teilte ein Sprecher des Gremiums in der Nacht auf heute in Genf mit.

Die Sondersitzung sei von den Palästinensern und den Vereinigten Arabischen Emiraten beantragt worden, sagte der Sprecher. Dem Antrag hätten 26 Mitgliedsstaaten des Menschenrechtsrats zugestimmt - 16 Ja-Stimmen wären ausreichend gewesen. Das Gremium hat insgesamt 47 Mitglieder.