Satellit als Chinas Brücke zur dunklen Seite des Mondes

China hat einen wichtigen Schritt zur Erforschung der erdabgewandten Seite des Mondes vollzogen. Die chinesische Raumfahrtbehörde schickte heute einen Satelliten ins All, der die Kommunikation zwischen der Erde und einem Mondrover absichern soll, der noch in diesem Jahr auf dem Erdtrabanten abgesetzt werden soll.

Der Satellit „Queqiao“ (Elsternbrücke) trennte sich wie vorgesehen nach 25 Minuten von einer Trägerrakete und entfaltete seine Solarpanels und Kommunikationsantennen, wie die Raumfahrtbehörde meldete.

Damit sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung des chinesischen Zieles erreicht, als erstes Land die erdabgewandte Seite des Mondes zu erforschen, sagte Projektleiter Zhang Lihua der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

Mit Rover auf die Mondrückseite

Noch in diesem Jahr will China den Rover „Chang’e-4“ auf dem Mond absetzen. Er soll im Aitken-Becken in der Region des Mondsüdpols landen und die dunkle Seite des Mondes erkunden. Diese ist von der Erde aus nie zu sehen und wurde zwar schon mehrfach fotografiert - erstmals 1959 - aber bisher nicht erkundet.

China hatte 2013 erstmals ein Landegerät auf dem Mond abgesetzt. „Yutu“ (Jadehase) untersuchte die Mondoberfläche 31 Monate lang und sandte zahlreiche Daten zu Erde.

Peking verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Ziel ist es, bis zum Jahr 2022 eine eigene bemannte Raumstation aufzubauen - in dem Jahr endet die Mission der Internationalen Raumstation (ISS). China will zudem um das Jahr 2020 ein Raumschiff zum Mars schicken und einen Taikonauten zum Mond bringen.