US-Spitzenschwimmerin reicht Missbrauchsklage ein

Die ehemalige US-Schwimmweltmeisterin Ariana Kukors Smith hat den Schwimmverband ihres Landes wegen Vertuschung sexuellen Missbrauchs durch ihren einstigen Trainer geklagt.

In ihrer gestern vor einem Gericht in der Nähe von Los Angeles eingereichten Klage beschuldigt die 28-Jährige ihren ehemaligen Schwimmlehrer Sean Hutchison, ihr sexuelle Avancen gemacht zu haben, als sie 13 Jahre alt war, sie mit 16 berührt und geküsst und mit 17 Sex mit ihr gehabt zu haben.

Der Verband USA Swimming habe davon gewusst, aber geschwiegen und nichts zum Schutz der damals Minderjährigen unternommen, heißt es in der Klageschrift. Das aus dem sexuellen Missbrauch resultierende Trauma habe sich bis ins Erwachsenenalter fortgesetzt.

Trainer weist Vorwürfe zurück

Hutchison weist die von Kukors Smith früher in diesem Jahr im Internet gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zurück. Der Schwimmverband erklärte, er habe erst dieses Jahr davon erfahren.

Die Schwimmerin wurde 2009 Weltmeisterin über 200 Meter Lagen in Rom. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wurde sie Fünfte.

Olympisches Komitee beauftragt Ex-FBI-Beamtin

Das Olympische Komitee der USA nominierte unterdessen eine ehemalige Verantwortliche der Bundespolizei FBI, Wendy Guthrie, zur Beauftragten für die Abwehr von sexuellem Missbrauch im Sport. Das Komitee reagierte damit auf den Fall des Sportarztes Larry Nassar, der an der Universität Michigan insgesamt 265 Sportlerinnen sexuell missbraucht haben soll.

Der 54-jährige Nassar war im Jänner zu bis zu 175 Jahren Haft verurteilt worden. Im Februar wurde er in einem weiteren Prozess zu bis zu 125 Jahren Gefängnis verurteilt.