Weitere Frauenrechtsaktivisten in Saudi-Arabien verhaftet

Die Behörden in Saudi-Arabien setzen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ihren Feldzug gegen Frauenrechtsaktivistinnen und -aktivisten fort.

Mittlerweile seien bereits zehn Aktivistinnen und -aktivisten - mindestens sieben von ihnen Frauen - festgenommen worden, erklärte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International gestern. Das Golf-Zentrum für Menschenrechte und ein Saudi-arabischer Aktivist sprachen von insgesamt zwölf Festnahmen.

Trotz internationaler Kritik seien die Aktivisten wegen „ihrer friedlichen Aktivitäten für die Menschenrechte“ inhaftiert worden, sagte die Amnesty-Kampagnenleiterin für den Nahen Osten, Samah Hadid, der Nachrichtenagentur AFP.

„Die saudi-arabischen Behörden können nicht weiter öffentlich erklären, dass sie für Reformen sind und gleichzeitig Kämpfer für Frauenrechte auf diese grausame Weise behandeln.“ Die Amnesty-Vertreterin forderte die sofortige Freilassung aller Menschenrechtsaktivisten.

„Verdächtige Kontakte“

Die saudi-arabischen Behörden wollten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Am Samstag hatten sie mitgeteilt, es seien sieben Verdächtige festgenommen worden, „die versucht haben, die Sicherheit und Stabilität des Königreichs zu gefährden (...) und die nationale Einheit zu untergraben“. Die Beschuldigten hätten „verdächtige Kontakte“ zu Ausländern unterhalten. Die saudi-arabischen Medien brandmarkten die Festgenommenen als „Verräter“.