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Wachstum hält sich in Grenzen

Die italienische Wirtschaft hat zu Jahresanfang leicht zugelegt, hinkt der Euro-Zone aber weiter hinterher. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte zwischen Jänner und März um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das nationale Statistikamt (ISTAT) Anfang Mai mitteilte. Ökonomen hatten mit diesem Wert gerechnet.

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Für Schwung sorgte die Inlandsnachfrage. Der Außenhandel hingegen bremste, da die Importe stärker stiegen als die Exporte. Die nach Deutschland und Frankreich drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone war bereits Ende 2017 um 0,3 Prozent gewachsen.

Im vergangenen Jahr hatte Italien mit 1,5 Prozent das stärkste Wachstum seit 2010 geschafft. Das Land kann aber seit Jahren mit dem Euro-Raum konjunkturell nicht Schritt halten. Auch im ersten Quartal ging es im Währungsraum mit 0,4 Prozent stärker bergauf. Die politische Hängepartie seit der Neuwahl im Herbst verschärfte die Lage.

Industrie stagniert

Das italienische Statistikamt nannte in seiner ersten Schätzung zwar keine Details zu den einzelnen Branchen. Allerdings hätten die Dienstleister und die Landwirtschaft zugelegt, während die Industrie weitgehend stagnierte. Die bisherige Regierung von Paolo Gentiloni sagt für 2018 ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent voraus.

Die EU rechnet in ihrer Frühjahresprognose ebenfalls mit einem niedrigen Wirtschaftswachstum für Italien. Prognostiziert werden im laufenden Jahr nur je 1,5 Prozent, für 2019 werden gar nur 1,2 Prozent erwartet. Damit weist Italien neben Großbritannien die niedrigste Wachstumsrate auf. Die Briten scheiden allerdings im März 2019 aus der EU aus.

Arbeitslosigkeit bei rund elf Prozent

Die Arbeitslosigkeit in Italien blieb indes im März gegenüber dem Vormonat mit elf Prozent stabil. Das zeigen Anfang Mai veröffentlichte Zahlen. Gegenüber dem Vergleichsmonat 2017 sank die Arbeitslosigkeit um vier Prozentpunkte. Insgesamt waren im März 2,86 Millionen Italiener arbeitslos.

Besonders fatal ist weiterhin die Jugendarbeitslosigkeit bei Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Sie lag im März bei 31,7 Prozent. Damit ist sie immerhin gegenüber Februar um 0,8 Prozent gesunken - das ist der niedrigste Stand seit 2008. Die italienische Beschäftigungsrate kletterte um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf 58,3 Prozent. Vor allem Männer würden auf dem Beschäftigungsmarkt von der besseren Konjunktur profitieren, hieß es laut ISTAT-Angaben.

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