Libyen drängt Europa in Flüchtlingskrise zu „Anstrengung“

Libyen drängt die Europäer zu einem weitaus stärkeren Einsatz in der Flüchtlingskrise: Der international anerkannte Regierungschef Fajis al-Farradsch, dessen Herrschaftsbereich das nordwestliche Tripolitanien umfasst, sagte heute nach Verhandlungen in Paris, nötig sei „eine kolossale Anstrengung auf europäischer und internationaler Ebene“. Im Transitland Libyen halten sich laut seinen Worten Hunderttausende Flüchtlinge auf.

Die EU hat Libyen und anderen Ländern der Region im Rahmen eines freiwilligen Umsiedlungsprogramms die Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge zugesagt. Bis 2019 sollen darüber mindestens 50.000 Menschen nach Europa kommen, Deutschland will nach Brüsseler Angaben mehr als 10.000 Menschen aufnehmen.

Auf der internationalen Libyen-Konferenz in Paris hatten sich die Konfliktparteien zuvor unter Schirmherrschaft der UNO auf die Vorbereitung von Präsidentschafts- und Parlamentswahlen geeinigt. Sie sollen am 10. Dezember stattfinden.