Streit über Buch: Witwe von Helmut Kohl geht leer aus

Die Witwe des früheren deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, geht im Rechtsstreit über eine Entschädigung in Höhe von einer Million Euro für das Buch „Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle“ vorerst leer aus. In einem gestern verkündeten Urteil entschied das Oberlandesgericht Köln, dass mit dem Tod Kohls der Anspruch auf Entschädigung erloschen sei.

Helmut Kohl und seine Frau Maike Kohl-Richter

APA/AFP/Daniel Roland

Wie der Anwalt Kohl-Richters, Thomas Hermes, erklärte, wird die Witwe des Altkanzlers gegen die Entscheidung Rechtsmittel einlegen. „Wir sind der Auffassung, dass Täter vom Tod des Opfers nicht profitieren dürfen, und werden daher den Bundesgerichtshof anrufen“, erklärte Hermes.

Der im vergangenen Jahr verstorbene Kohl hatte die Entschädigung kurz vor seinem Tod zugesprochen bekommen. In dem betreffenden Buch waren unautorisierte angebliche Zitate von Kohl veröffentlicht worden, die Unterlassungsentscheidung zu den in Zweifel gestellten Zitaten hielt das Oberlandesgericht Köln nahezu vollumfänglich aufrecht.