Angreifer von Lüttich stand auf Gefährderliste

Nach dem tödlichen Angriff auf zwei Polizistinnen und einen Autofahrer im belgischen Lüttich deuten die Ermittlungen offenbar auf einen islamistischen Tathintergrund hin. Der Name des Täters sei wegen dessen Verbindungen zu Islamisten auf einer Überwachungsliste der Polizei gestanden, hieß es gestern aus Ermittlerkreisen. Es werde vermutet, dass sich der Angreifer im Gefängnis radikalisiert habe.

Den Angaben zufolge war der Mann ein wegen Raubüberfällen, Gewalttaten und Drogenhandels verurteilter Kleinkrimineller. Er saß seit 2003 in Haft und befand sich auf Freigang. Den Angaben zufolge beging er bereits in Südbelgien einen Mord. Die Staatsanwaltschaft bestätigte eine Verbindung zwischen den beiden Taten zunächst nicht. Laut Belgiens Justizminister Koen Geens hatte der Täter in der Vergangenheit etwa 20-mal Freigang erhalten, ohne dass es zu Zwischenfällen kam.

„Wollte Polizei attackieren“

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um ein gezieltes Attentat auf Polizisten handelte. „Offenkundig war es das Ziel des Attentäters, die Polizei zu attackieren“, sagte Lüttichs Polizeichef Christian Beaupere. Vier Beamte seien bei dem Angriff verletzt worden. Einer von ihnen habe eine Verletzung der Oberschenkelarterie erlitten, er schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr.

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