VW-Abgasskandal: Vorgaben bei Entschädigungen erreicht

Volkswagen hat seine Vorgaben beim Entschädigungsprogramm für US-Kunden, deren Dieselautos vom Abgasskandal betroffen sind, vorzeitig erreichen können. Der Konzern hat durch Rückkäufe, Leasing-Stopps und Reparaturen bereits 85,8 Prozent aller manipulierten Dieselautos in den USA aus dem Verkehr gezogen oder die illegale Abgastechnik in ihnen beseitigt.

Das geht aus dem jüngsten der Statusberichte hervor, die regelmäßig im Zuge der milliardenschweren Vergleiche mit US-Sammelklägern vom zuständigen Gericht in San Francisco veröffentlicht werden. Zunächst hatte gestern das deutsche „Handelsblatt“ darüber berichtet.

Zusätzliche Strafen drohten

VW musste sich bei der Einigung mit den US-Klägern verpflichten, bis Mitte 2019 mindestens 85 Prozent der rund 475.000 vom Skandal betroffenen Wagen mit 2,0-Liter-Motoren von der Straße zu holen oder in legalen Zustand umzurüsten. Ansonsten hätten zusätzliche Strafen gedroht. Dieses Ziel ist nun bereits erreicht.

Später waren allerdings noch knapp 80.000 größere Modelle mit 3,0-Liter-Motoren hinzugekommen. Ein großer Teil der Fahrzeuge musste zurückgekauft werden, viele Wagen werden bis auf Weiteres auf riesigen Parkplätzen zwischengelagert. VW hatte im September 2015 eingeräumt, mit einer speziellen Software systematisch Stickoxid-Werte manipuliert zu haben.

41.000 VWs in Österreich noch nicht umgerüstet

In Österreich müssen noch mehr als 41.000 vom VW-Abgasskandal betroffene Autos umgerüstet werden. Fast 342.000 Fahrzeuge seien bereits in die Werkstatt zurückgerufen worden, damit ihnen die illegalen Abschalteinrichtungen entfernt werden und sie so in einen „vorschriftskonformen Zustand“ gebracht werden, gab das Verkehrsministerium bekannt.

Darüber hinaus hätten auch andere Autohersteller insgesamt rund 7.500 Fahrzeuge freiwillig zu einer kostenlosen Umrüstung in die Werkstatt gerufen. „In Österreich sind bereits 90 Prozent der zurückgerufenen Fahrzeuge umgerüstet und damit in einem vorschriftsmäßigen Zustand. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich auf dem fünften Platz“, wird Verkehrsminister Nobert Hofer zitiert.

Das Verkehrsministerium überwache weiterhin den Rückruf der verbleibenden Fahrzeuge. Damit es in Zukunft nicht mehr zu Manipulationen seitens der Autohersteller kommen kann, wird es für ab September 2018 erstmals zugelassene Fahrzeuge neue Vorschriften für die Messungen der Emissionen geben.