Liste Pilz: Zinggl und Rossmann teilen Klubchefgehalt

Die Klubchefs der Liste Pilz wollen ihre Gehälter möglichst gleichmäßig aufteilen. Das stellte der geschäftsführende Klubobmann Wolfgang Zinggl gestern klar.

Das heißt, es wird nicht das Gehalt von Klubobmann Bruno Rossmann von der Partei oder dem Klub auf das Niveau Zinggls aufgefettet, sondern die beiden sollen in etwa dieselbe Summe beziehen, die jeweils zwischen dem Abgeordnetensalär (gut 8.700 Euro) Rossmanns und dem Klubchefgehalt (knapp 14.900 Euro) Zinggls liegen wird. Zinggl betont, dass die „Arbeitsteilung“ keinesfalls auf Kosten der Steuerzahler gehen werde.

Klubobmanngehälter werden pro Fraktion nur einmal bezahlt. Im Normalfall bezieht es der geschäftsführende Klubchef, also bei der SPÖ Andreas Schieder (und nicht Christian Kern) und bei der FPÖ Johann Gudenus (und nicht Walter Rosenkranz). Will die Partei beiden Klubchefs das volle Gehalt zugestehen, muss sie selbst für die Differenz aufkommen.

Bißmann beharrt auf NR-Mandat

Liste-Pilz-Abgeordnete Martha Bißmann bekräftigte gestern in einem Interview in der ZIB2, ihren Platz nicht für Listengründer Peter Pilz zu räumen. Sie wolle in den Bereichen Klimaschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit etwas bewegen, und dafür gebe es keinen besseren Platz als das Parlament.

Zudem wolle sie sich von den Methoden der letzten Tage nicht einschüchtern lassen, so Bißmann weiter. So seien ihr Watschen angedroht worden und hochvertrauliche Dokumente von Klubkollegen weitergegeben worden. Sie wolle damit auch ein Zeichen für andere Frauen setzen, die in Machtverhältnissen am Arbeitsplatz Ähnliches erleben.

Punktation „gemeinschaftlich“ besprochen

Sie sei zwar wohl dafür, dass Pilz in den Nationalrat zurückkomme, so Bißmann weiter. Sie sei aber nicht die einzige, die Pilz das Mandat überlassen könnte. Dass sie als letzte gekommen sei, heiße nicht, dass sie auch als erste gehen müsse. Es gebe zudem keine Platzhaltermandate, das sehe die Verfassung nicht vor.

Wer für Pilz gehen müsse, wollte Bißmann auch auf Nachfrage nicht direkt beantworten. Es gebe jedoch Kollegen bei der Liste Pilz, die bereits im Pensionsalter seien, zum Beispiel die neuen Klubobleute.

Die veröffentliche Punktation für einen möglichen Rückzug Bißmanns aus dem Nationalrat sei zudem „gemeinschaftlich“ im Team der Liste Pilz besprochen worden, ein Erstentwurf dafür sei von Pilz selbst gekommen. Zinggl und Rossmann waren laut Bißmann einverstanden, dass sie geschäftsführende Parteiobfrau wird.