Neun Flüchtlinge vor türkischer Südküste ertrunken

Beim Untergang eines Schnellboots vor der Küste der Türkei sind Medienberichten zufolge mindestens neun Migranten ums Leben gekommen, drei Erwachsene und sechs Kinder. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete heute, das Boot mit insgesamt 15 Menschen an Bord sei nach Europa unterwegs gewesen. Fünf Insassen konnten gerettet werden, ein Mensch galt als vermisst.

Das Unglück ereignete sich in der Ägäis auf der Höhe des Landkreises Demre in der Provinz Antalya, einem beliebten Touristengebiet. Das nächstgelegene EU-Gebiet ist die kleine griechische Insel Kastellorizo gegenüber der türkischen Stadt Kas. Über die Unglücksursache und die Nationalität der Opfer lagen zunächst keine Angaben vor.

In der schmalen Passage zwischen der Türkei und den ägäischen Inseln waren 2015 und 2016 mehrere hundert Migranten ertrunken, darunter viele Kinder. Viele von ihnen flohen vor dem Gewaltkonflikt in Syrien. Im Zuge des von Menschenrechtsgruppen kritisierten Flüchtlingsabkommens zwischen der Europäischen Union und der Türkei war die Route im März 2016 praktisch geschlossen worden.

In jüngster Zeit steigt die Zahl der Flüchtlinge über die Mittelmeerroute von der Türkei nach Griechenland wieder an. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren es seit Jahresbeginn bis zum 30. Mai fast 11.000 Menschen. 35 Menschen starben auf der Überfahrt. Außer Flüchtlingen aus Syrien, Eritrea, Irak und Afghanistan nutzten nach dem gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 auch türkische Bürger die Route.