„Spider-Man“-Haus in Paris zieht Schaulustige an

Eine Woche ist die waghalsige Rettungsaktion des als „Helden von Paris“ und „neuer Spider-Man“ gefeierten Flüchtlings her, doch der Besucherstrom zum Ort der Heldentat im 18. Arrondissement im Norden der französischen Hauptstadt reißt nicht ab. Dort hatte der 22-jährige Flüchtling Mamoudou Gassama aus Mali am Samstag vergangener Woche ein Kind vor einem womöglich tödlichen Sturz aus dem vierten Stock bewahrt.

Ein millionenfach angeklicktes Handyvideo von Passanten hatte die atemberaubende Rettungsaktion publik gemacht: In Windeseile kletterte der junge Mann an der Hausfassade von Balkon zu Balkon, angefeuert von einer Menschenmenge. Schließlich erreicht er den vierten Stock, wo sich der kleine Junge mit letzter Kraft an die Brüstung klammert, und zieht ihn unter Jubelrufen zu sich hoch. Gerade einmal 30 Sekunden dauerte die Aktion.

Eine Anrainerin freute sich über die neue Attraktion in ihrem Viertel: „Seit Samstag geht das so, täglich kommen sie, um das Geschehene immer wieder nachzuvollziehen.“ Ein afghanischer Flüchtling machte ein Selfie vor dem Haus und sagte: „Das ist gut für das Image der Flüchtlinge.“

Gassama wurde von Präsident Emmanuel Macron empfangen, der seine „Heldentat“ lobte. Als Dank kann der illegal Eingewanderte nun auf seine Einbürgerung hoffen - anders als viele seiner Landsleute aus dem westafrikanischen Krisenstaat. Außerdem winkt ihm ein Job bei der Feuerwehr.