Italiens Innenminister sorgt für Verstimmungen in Tunesien

Nach nur wenigen Tagen im Amt hat Italiens neuer Innenminister Matteo Salvini bereits diplomatische Verstimmungen ausgelöst. Das tunesische Außenministerium bestellte heute den italienischen Botschafter ein und brachte seine „Verwunderung“ über kritische Aussagen Salvinis zum Ausdruck.

Bei einem Besuch auf Sizilien hatte Salvini von der rechten Partei Lega gestern über Tunesien gesagt: „Mir scheint das Land frei und demokratisch zu sein, wo es keine Kriege, Epidemien (...) gibt, aber das keine Edelmänner, sondern oft und willentlich Zuchthäuslinge exportiert.“

So eine Aussage werde nicht den Beziehungen zwischen beiden Ländern gerecht, hieß es aus dem tunesischen Außenministerium. Der italienische Botschafter habe erklärt, die Aussagen des italienischen Innenministers seien aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Der Chef der fremdenfeindlichen Lega, die seit vergangener Woche mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung in Italien die Regierung stellt, ist für seine scharfen Sprüche bekannt. Salvini will Migranten massenhaft abschieben und die Ankünfte im Mittelmeer Geretteter weiter reduzieren.