Ehrenpreis des Buchhandels für Ilija Trojanow

Der in Sofia geborene Autor Ilija Trojanow erhält den diesjährigen Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Das wurde heute anlässlich der Jahrestagung des Buchhandelshauptverbands in Bad Aussee bekanntgegeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung, die seit 1990 vergeben wird, soll Trojanow am 25. November überreicht werden.

Einsatz für Toleranz „in herausragender Art und Weise“

„Ilija Trojanow kennt die Erfahrung der Flucht und des Fremdseins“, heißt es in der Jurybegründung über den heute in Wien lebenden Schriftsteller. „Er kennt die Situation des Ausgegrenztseins und weiß um die Notwendigkeit, das Verbindende in der Welt und zwischen den Menschen herauszustreichen und zu fördern.“

Als Mittel habe Trojanow die Literatur gewählt, so die Jury. Er „setzt sich in seinem Werk und durch sein Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise ein.“

Damit leiste Trojanow „einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa und der Welt und wird damit dem Anspruch des Ehrenpreises des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln auf idealtypische Weise gerecht“.

Buch thematisiert Flucht als Lebenserfahrung

Der 1965 geborene Autor hat sich auch in seinem im Vorjahr vorgelegten Buch „Nach der Flucht“ mit Migration und Flucht als zentraler Lebenserfahrungen auseinandergesetzt. Für sein umfangreiches Werk wurde Trojanow mit mehr als einem Dutzend Auszeichnungen bedacht.

Der Ehrenpreis des Buchhandels wird heuer zum 28. Mal verliehen. Die erste Auszeichnung ging 1990 an Milo Dor, seitdem wurden u. a. Viktor Frankl, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, Christine Nöstlinger, Ilse Aichinger und zuletzt Elif Shafak gewürdigt.

Die feierliche Ehrung für Trojanow geht am 25. November im Rahmen der Europäischen Literaturtage (ELIT) in Spitz an der Donau über die Bühne.