Streit über Flüchtlinge: Libanon legt sich mit UNO an

Im Streit über den Umgang mit syrischen Flüchtlingen hat der Libanon angekündigt, die Aufenthaltserlaubnis von UNO-Mitarbeitern nicht zu verlängern. Die Bearbeitung laufender Anträge werde bis auf Weiteres ausgesetzt, sagte Außenminister Gebran Bassil gestern.

Er hatte dem UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in den vergangenen Tagen bereits mehrfach vorgeworfen, syrische Flüchtlinge von der Rückkehr in ihr Heimatland abzuhalten. Im Libanon sind knapp eine Million Flüchtlinge aus dem benachbarten Bürgerkriegsland als Flüchtlinge registriert.

Libanon: Flüchtlinge verängstigt

In einer Mitteilung des libanesischen Außenministeriums hieß es, dass Mitarbeiter des UNHCR syrische Flüchtlinge „entmutigt“ hätten zurückzukehren. Sie hätten bestimmte Fragen gestellt, die die Flüchtlinge verängstigt hätten. Auf Twitter warnte Außenminister Bassil die UNO-Organisation und drohte an, die Situation „bis zum Maximum eskalieren“ zu lassen.

Im syrischen Bürgerkrieg sind mehr als elf Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben worden. Besonders die Nachbarländer Libanon, Jordanien und die Türkei haben viele Syrer aufgenommen. Libanesische Politiker kritisierten immer wieder, dass die hohe Zahl der Flüchtlinge negative Auswirkungen auf den kleinen Libanon mit seinen insgesamt rund sechs Millionen Einwohnern habe.