Russland-Affäre: Anklage wegen Lobbyings ausgeweitet

In der Affäre um die Russland-Kontakte von US-Präsident Donald Trump und seinem Wahlkampfteam hat Sonderermittler Robert S. Mueller seine Anklage gegen den Ex-Wahlkampfmanager des US-Präsidenten, Paul Manafort, erweitert.

Ihm und dem Politikberater Konstantin Kilimnik legt Mueller verbotenes Lobbying durch europäische Spitzenpolitiker für die frühere prorussische Führung der Ukraine zur Last, berichtete Reuters gestern unter Berufung auf Gerichtsdokumente.

Manafort und Kilimnik wirft der frühere FBI-Chef eine Verschwörung zur Justizbehinderung sowie Justizbehinderung vor. Sie sollen auch „ehemalige führende europäische Politiker eingesetzt haben, um bei US-Beamten im Namen der Ukraine zu lobbyieren“.

„Hapsburg Group“

Zur Bezahlung dieser Politiker habe Manafort „Offshore-Konten“ eingesetzt. Manafort soll mit seinem Geschäftspartner Rick Gates 2012 und 2013 mehr als zwei Millionen Dollar (1,63 Millionen Euro) an diese Politiker bezahlt haben.

Mueller sprach in einer Ende Februar bekanntgewordenen Anklageschrift von einer „Hapsburg Group“, die von einem früheren „Chancellor“ (Kanzler) angeführt worden sei. Altbundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) dementierte damals Medienberichte, dass es sich um ihn handle.