„Aula“ wird eingestellt - neues Magazin im Herbst

Das vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestufte Magazin „Aula“ wird eingestellt. Das gab der Obmann des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark (FAV), Heinrich Sickl, heute auf APA-Anfrage bekannt. Die Juni-Ausgabe sei die letzte gewesen, nach dem Sommerende soll ein neues Magazin erscheinen. Die Finanzierung stehe, sagte Sickl. Weltanschaulich ausgerichtet solle es „patriotisch und wertkonservativ“ sein.

„Notwendigkeit für ein patriotisches Magazin“

Ab sofort gebe es keine „Aula“ mehr, sagte Sickl nach der Sitzung des Freiheitlichen Akademikerverbandes in Graz. Es werde ein neues Konzept und neues Personal geben. „Wir als FAV sehen die Notwendigkeit für ein patriotisches Magazin“, so Sickl. Man arbeite unter Hochdruck an einem Konzept und neuen Ideen, auch die Finanzierung stehe, wenngleich zu Einzelheiten noch nichts gesagt werden könne. Thematisch werde sich das neue Magazin - auch mehrere Titel seien schon in Diskussion - geopolitisch, kulturell, wirtschaftlich und wissenschaftlich sowie sprachlich hochwertig präsentieren und weniger Tagespolitik beinhalten.

Sickl will keine Details nennen

Man lege Wert darauf, auch hochwertige Journalisten und Autoren zu haben, sagte Sickl. Ob der bestehende Mitarbeiterstamm weiter arbeiten werde, wurde nicht präzisiert. Überlegt werde aber auch, eine Art „Blick der anderen“ aufzunehmen, also auch politisch Andersdenkende zu Wort kommen zu lassen: „Wir wollen nicht im eigenen Saft schmoren“, sagte Sickl. Details zum Konzept könne er nicht nennen, weder zu Mitarbeitern noch zur Finanzierung, das wäre unseriös, sagte Sickl. Der FAV sei jedenfalls einstimmig der Meinung gewesen, diesen neuen Weg zu gehen.

Offener Rassismus

Das Monatsmagazin war 1951 gegründet worden und im Grazer Aula-Verlag erschienen. Zuletzt war es wegen offenen Rassismus gegen den österreichischen Eurovisions-Song-Contest-Teilnehmer Cesar Sampson in die Kritik geraten. FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hatte Ende Mai gesagt, er gehe davon aus, „dass der Name Aula vom Markt verschwindet. Die Marke ist so beschädigt, dass sie keine Zukunft hat“, hatte er in einem „Standard“-Interview gesagt.

Der stellvertretende FPÖ-Bundesparteichef und Infrastrukturminister Norbert Hofer hatte allen Politikern seiner Partei Ende Mai in einem „Österreich“-Interview mit dem Ende der Karriere gedroht, wenn sie weiter in der Zeitschrift „Aula“ schrieben. „Jeder, der dort weiter publiziert, hat die Chance auf eine weitere Karriere in der FPÖ verwirkt.“