Medien: Volksabstimmung zu Mazedonien-Namensstreit

Der neue Name der „Früheren Jugoslawischen Republik Mazedonien“ soll laut mazedonischen Medienberichten von heute „Republik Nord-Mazedonien“ lauten. Im zweiten Halbjahr 2018 soll es darüber eine Volksabstimmung geben. Werde der neue Name angenommen, solle auch die Verfassung geändert werden.

Mazedonische Staatsbürgerschaft bleibt

Wie Medien weiter berichteten, soll die mazedonische Staatsbürgerschaft bleiben bzw. unter Staatsbürgerschaft künftig „Macedonian/Citizen of the Republic of North Macedonia“ stehen. Die Landessprache Mazedonisch (Macedonian language) wird demnach mit einer Fußnote versehen werden, in der angegeben wird, dass es sich um eine slawische Sprache handelt.

Die Vereinbarung soll zunächst vom mazedonischen Parlament bestätigt werden. Die griechische Regierung werde sich daraufhin an die EU wenden, um für die Aufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Republik Nord-Mazedonien zu werben, berichteten Medien in Skopje. Die Zustimmung zur NATO-Aufnahme des Nachbarstaates würde das griechische Parlament erst nach der entsprechenden Änderung der mazedonischen Verfassung erteilen.

Präsident kritisierte Premier

Mazedoniens Präsident Gjorge Ivanov kritisierte zuvor das Vorgehen des sozialdemokratischen Premiers Zoran Zaev, die letzten offenen Fragen im langjährigen Namensstreit mit Griechenland in einem Telefongespräch mit seinem griechischen Amtskollegen Alexis Tsipras zu lösen. Die Gespräche müssten persönlich geführt werden, so Ivanov.

Den seit 1991 anhaltenden Namensstreit in einem Telefonat zu lösen sei „unseriös und verantwortungslos“, berichtete der Sender Free Europe unter Berufung auf eine Aussendung Ivanovs. Für die Lösung des Konflikts sei ein breiter nationaler Konsens notwendig, wurde der Präsident weiters zitiert.