Elefantentod als Symbol für Venezuelas Krise

Elefantendame Ruperta hat als Wahrzeichen des Zoos von Caracas gegolten. Später war sie eines der augenfälligsten Beispiele für die dramatische Versorgungskrise in Venezuela. Nun starb Ruperta im Alter von 48 Jahren. „Wir bedauern den Tod von Ruperta“, schrieb Umweltminister Ramon Velasquez heute auf Twitter.

Im vergangenen Jahr hatte der Fall von Ruperta international für Schlagzeilen gesorgt. Die afrikanische Elefantenkuh verlor stark an Gewicht und drohte zu verhungern.

Regierung ortete Propaganda

Für die Kritiker von Präsident Nicolas Maduro war das ein Beweis dafür, dass sich die Regierung nicht einmal mehr in der Lage sehe, die Tiere im Zoo Caricuao zu füttern. Die regierenden Sozialisten hingegen bezeichneten die Berichte über den schlechten Gesundheitszustand von Ruperta als Propaganda.

Das ölreichste Land der Welt leidet seit Jahren unter einer schweren Versorgungskrise. Wegen fehlender Devisen kann Venezuela kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einführen. Elefanten fressen rund 200 Kilogramm Gras und Blätter pro Tag.

Die Regierung erklärte nun, der Tod von Ruperta habe nichts mit der schlechten Versorgungslage zu tun. „Wir möchten daran erinnern, dass diese Tiere in Gefangenschaft eine durchschnittliche Lebenserwartung von 17 Jahren haben. Ruperta aber lebte 48 Jahre“, schrieb Umweltminister Velasquez. „Das bedeutet, sie hat all die Pflege erhalten, um ihr Leben zu verlängern“.