Tote bei Anschlag auf Waffenruhefeier in Afghanistan

Bei einer gemeinsamen Feier von Soldaten und Taliban-Kämpfern aus Anlass der Waffenruhe im Osten Afghanistans hat sich gestern eine Explosion mit mindestens 26 Toten ereignet. Ersten Berichten zufolge wurde die Explosion in der Stadt Nangarhar durch eine Autobombe ausgelöst.

Taliban-Kämpfer hatten am zweiten Tag des Waffenstillstandes auch die Hauptstadt Kabul besucht - unbewaffnet und begeistert begrüßt von Bewohnern. Ein Reporter der dpa sah zahlreiche Kämpfer im Stadtteil Kote Sangi. „Wir sind hier für den Frieden“, sagte einer. „Wir sind heute gegen niemanden. Das ist die Zeit für Frieden.“ Anwohner sangen „Gott ist groß“ und unterhielten sich strahlend mit den Besuchern.

Waffenruhe soll verlängert werden

Am Nachmittag kündigte Präsident Aschraf Ghani eine Verlängerung der Waffenruhe in einer Fernsehansprache an. Er forderte die Taliban auf, die ihrerseits geltende Waffenruhe ebenfalls zu verlängern. Seit Dienstag waren die afghanischen Sicherheitskräfte zu einer einwöchigen Feuerpause aufgerufen.

Die Taliban hatten ihrerseits alle Kämpfer der Miliz aufgefordert, während der ersten drei Tage des Zuckerfestes zum Ende des Ramadan die Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte einzustellen. Die US-geführten NATO-Truppen sollten aber weiterhin bekämpft werden. Es war das erste Mal in dem seit dem Jahr 2001 andauernden Konflikt in Afghanistan, dass die Taliban eine Waffenruhe ausriefen.

Im Februar hatte Ghani einen Plan für Friedensgespräche mit den Taliban vorgestellt und deren Anerkennung als politische Partei in Aussicht gestellt. Die Taliban reagierten nicht offiziell auf den Vorschlag. Sie begannen kurz darauf jedoch ihre alljährliche „Frühjahrsoffensive“ gegen die afghanische Regierung.