Athen/Skopje: Vereinbarung zum Namensstreit unterzeichnet

Die lang erwartete Vereinbarung über die Lösung des griechisch-mazedonischen Namensstreites ist heute am Prespasee von den Außenministern der beiden Staaten, Nikos Kotzias und Nikola Dimitrov, unterzeichnet worden. Entsprechend der erzielten Einigung soll sich die Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM) künftig Republik Nordmazedonien nennen.

Der Unterzeichnung der Vereinbarung in einem im griechischen Dorf Pserades aufgestellten Zelt wohnten die Ministerpräsidenten beider Staaten, Alexis Tsipras und Zoran Zaev, bei. Sie waren diejenigen, die am Dienstag die Lösung des 27-jährigen Streites mit ihrer Einigung besiegelt hatten.

Starke Sicherheitsvorkehrungen

Die Unterzeichnung der Vereinbarung fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Die mazedonische Regierungsdelegation war mit einem Boot über den Prespasee angereist. Der See solle „uns in die europäische Zukunft führen“, meinte der mazedonische Ministerpräsident Zaev laut Medienberichten.

„Wir sind stolz auf unsere Einigung. Wir sind stolz darauf, uns auf die Lösung des Streites zu einigen, der uns getrennt hat, und eine Lösung gefunden zu haben, die uns vereint“, unterstrich Mazedoniens Ministerpräsident Zaev.

Griechenlands Premier Tsipras sprach von einer „neuen Ära der Stabilität, Prosperität und Sicherheit“. Die Vereinbarung sei eine für beide Seiten „vorteilhafte Vereinbarung“, sagte er. Allerdings würden beide Seiten noch hart arbeiten müssen, um die Vereinbarung auch voll umzusetzen, warnte Tsipras.

Volksabstimmung in Mazedonien

Die auf knapp 20 Seiten verfasste Vereinbarung sieht unter anderem auch die Abhaltung einer Volksabstimmung in Mazedonien vor. Diese soll im Herbst - im September oder Oktober - stattfinden. Danach soll die mazedonische Verfassung auch entsprechend geändert werden.

Schon in den nächsten Wochen soll die Vereinbarung vom mazedonischen Parlament mit Stimmenmehrheit ratifiziert werden. Dann wird Athen Briefe an die NATO und die EU schicken, mit dem Inhalt, dass sich Griechenland einem NATO-Beitritt und einer Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen Nordmazedoniens nicht mehr widersetzt.