EU-Unterhändler reformieren Fingerabdrucksystem

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Unterhändler des EU-Parlaments und des Rats der Europäischen Union haben sich auf einen Vorschlag zur Überarbeitung des europäischen Fingerabdruckidentifizierungssystems EURODAC geeinigt. Dadurch sollen einfacher Menschen identifiziert werden können, „die in die EU einreisen oder sich dort illegal aufhalten“, erklärte das Parlament gestern.

Über den Vorschlag müssen die Mitgliedsstaaten sowie das Parlament noch abstimmen. Insgesamt ist vorgesehen, dass mehr Daten als bisher gespeichert werden können. Neben digitalen Fingerabdrücken sollen künftig auch Bilder des Gesichts und Ausweisnummern von Asylwerbenden sowie Migranten und Migrantinnen ohne gültigen Aufenthaltsstatus gespeichert werden können.

Fingerabdrücke von Kindern ab sechs Jahren

Bisher konnten Behörden nur die Fingerabdrücke von über 14-Jährigen speichern. Die Verhandler schlagen vor, dass auch bereits die Fingerabdrücke von Kindern ab sechs Jahren genommen werden dürfen. Das EU-Parlament erläuterte, das solle die Identifizierung von verschwundenen Kindern sowie die Suche nach ihnen erleichtern.

Die Überarbeitung des Identifizierungssystems ist Teil der EU-Asylreform, die Ende Juni beim Gipfel in Brüssel Thema ist. Das System verwenden neben den EU-Mitgliedsstaaten auch Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz.